Faszination London – ein perfekter Tag

St. Paul's Cathedral

Das erste Mal in London? Nur wenig Zeit? Aber dennoch willst du einige der Klassiker auf jeden Fall sehen und dir einen ersten Überblick verschaffen? Dann komm doch mit auf einen Tagesausflug entlang der Themse. Wir werden die Stadt zum größten Teil zu Fuß erkunden und dabei an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeikommen.

Startpunkt St. Paul’s Cathedral

Wir starten an der Ubahn Station „St. Paul’s“, die du am direktesten mit der roten Central-Line erreichst. Unser erstes Ziel ist die mächtige St. Paul’s Cathedral, die zwischen 1675 und 1710 von Sir Christopher Wren auf den Grundmauern des zerstörten Vorgängerbaus erbaut wurde. Der Vorgänger brannte 1666 zusammen mit über 80 weiteren Kirchen beim großen Feuer von London komplett nieder.

Nimm dir Zeit und laufe um die Kathedrale herum, bewundere die große Kuppel und den prächtigen Treppenaufgang zum Hauptportal. Im umliegenden Garten stehen Bänke und du kannst hier ausruhen, die Eichhörnchen füttern und das Gebäude auf dich wirken lassen.

Der erste Stopp unseres Tagesausflugs durch London ist St. Paul's Cathedral

Der erste Stopp unseres Tagesausflugs durch London ist St. Paul’s Cathedral

Ein Besuch der Kathedrale lohnt sich beim nächsten London Aufenthalt, denn es gibt hier nicht nur die Gräber berühmter Maler, Dichter und der britischen Kriegshelden Admiral Nelson und Herzog von Wellington, sondern auch die größte Krypta Europas und als besonderes Highlight – die „Whispering Gallery“ – zu sehen. Die befindet sich in der Kuppel und das Besondere ist, dass geflüsterte Worte auf der gegenüberliegenden Seite der Flüstergallerie deutlich hörbar sind.

Auf zum anderen Themse-Ufer

Wenn wir uns an der Kirche von außen satt gesehen haben, laufen wir über die „Millenium Bridge“ in Richtung „Tate Modern“.

Diese Brücke hatte anfangs einen schweren Start, löste sie zu starke Schwingungen aus sobald Menschen sie betraten und musste gesperrt werden. Mittlerweile ist das alles behoben und die Brücke ist für mich eine perfekte Verbindung der beiden Themseufer und bietet mittig einen tollen Ausblick zurück auf „St. Paul’s Catheral“ und ebenso auf unser nächstes Ziel: die „Tate Modern“ und das neue „Switch House“.

Moderne Kunst in einer Turbinenhalle - die Tate Modern

Moderne Kunst in einer Turbinenhalle – die Tate Modern


Das neue Switch House ist erst seit Sommer 2016 eröffnet und ist bereits einer meiner liebsten Aussichtspunkte geworden

Das neue Switch House ist erst seit Sommer 2016 eröffnet und ist bereits einer meiner liebsten Aussichtspunkte geworden

Tate Modern – moderne Kunst in altem Kraftwerk

Am anderen Ufer angekommen, stehen wir vor dem imposanten Bau der „Tate Modern“. Diese wurde 2000 im Gebäude eines ehemaligen Kraftwerks eröffnet und die Turbinenhalle im Erdgeschoss lässt noch heute die Ausmaße erahnen. Der Eintritt ist kostenlos, lediglich die wechselnden Ausstellungen von internationalen Künstlern kosten Eintritt. Schlendere durch die Ausstellung und vergiss nicht den Weg ins „Switch House“. Dieser Anbau wurde erst im Juni 2016 eröffnet und bietet neben weiteren Ausstellungsräumen eine gigantische Aussicht auf die „City of London“. Und genau wegen dieser Aussicht sind wir hergekommen. Nimm den Aufzug in den 10. Stock und tritt nach draußen. Vor dir erstrecken sich das „Walkie Talkie“ (20 Fenchurch Street), das „Leadenhall Building“, je nach Blickwinkel „The Gherkin“, „St. Paul’s Cathedral“, die „Millenium Bridge“ und der gewaltige Schornstein der „Tate Modern“.

Was für ein Blick von der Aussichtsplatform des Switch House der Tate Modern

Was für ein Blick von der Aussichtsplatform des Switch House der Tate Modern

Mich begeistert dieser Anblick total! Besonders cool ist es hier außerdem, weil man keinen Eintritt zahlt. Wenn du den Blick genossen und genügend Fotos geschossen hast, kannst du dich noch im Café stärken oder den gut sortierten Shop besuchen, dann schlendern wir weiter am Themseufer entlang.

Entlang der Themse

Wenn wir aus dem Kunstmuseum kommen rechts halten und du wirst kurz darauf das „Shakespeare Globe“ passieren. Das ist eine Rekonstruktion vom ursprünglichen Globe-Theatre, was wenige Meter von hier stand. Shakespeare hatte dort die meisten seiner Stücke uraufgeführt. Der Nachbau verwendet die Materialien der damaligen Zeit, du siehst also ein Gebäude aus Holz und Stroh, was mit Holznägel zusammengehalten wird. Sowohl eine Führung als auch ein Theaterbesuch sind für deinen nächsten London Besuch zu empfehlen.

Shakespeare Globe zwischen Tate Modern und City Hall

Shakespeare Globe zwischen Tate Modern und City Hall

Weiter geht es an der „Southwark Cathedral“ vorbei in Richtung „Borough Market“. Dieser Lebensmittelmarkt bietet sich für ein Mittagessen oder einen Snack an, alternativ kannst du dich an diversen Ständen durchprobieren oder einfach nur die Atmosphäre auf dich wirken lassen…

Die Southwark Cathedral

Die Southwark Cathedral

Vom Markt aus ist es nur noch ein kurzer Weg bis zu „The Shard“. Dieses 310 m hohe Gebäude ist noch eins der neueren Skyscraper in London und wurde Anfang 2013 eröffnet. Der Name „Shard“ heißt übersetzt Glasscherbe und in der Tat schließt das Gebäude ganz oben mit einem Design ab, was an abgebrochenes Glas erinnert. Du kannst den „Shard“ besichtigen und hast dann einen 360 Grad Ausblick auf ganz London. Die Aussicht ist mega (sofern es nicht regnet und die Sicht einigermaßen klar ist), zumal du bis nach „Canary Wharf“ und die „Thames Barriers“ sehen kannst. Aber der Eintritt ist nicht ganz billig und nachdem wir vom Switch House schon einen guten Ausblick hatten, liegt es an dir ob du hier noch mal Geld investieren möchtest.

Das "Old Operating Theatre and Herb Garret", im Hintergrund "The Shard"

Das „Old Operating Theatre and Herb Garret“, im Hintergrund „The Shard“

Als Alternative bietet sich das „Old Operating Theatre Museum and Herb Garret“ an. Der in direkter Nachbarschaft gelegene Operationssaal aus 1822 ist der älteste seiner Art in ganz Europa und der einzige überlebende OP-Saal aus dem 19ten Jahrhundert im Vereinigten Königreich. Er war ursprünglich Teil des alten St. Thomas Hospital und befindet sich im „Herb Garret“, dem Kräuter-Dachboden der St. Thomas Church. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Medizinfans, sondern auch für all jene, die ein wenig von der alten vergangenen Zeit aufnehmen wollen, um sich dann über die Fortschritte im Bereich der Medizin zu freuen.

Nach Besuch von „The Shard“ und/oder „The Old Operating Theatre“ laufen wir zurück zum Ufer und nähern uns der „Tower Bridge“. Du kannst sie schon von weitem sehen, doch bevor wir über die Brücke laufen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Themse. Dort liegt ein großes Kriegsschiff aus dem zweiten Weltkrieg, die „HMS Belfast“. Man kann das Schiff besichtigen, aber uns zieht es heute direkt weiter Richtung „Tower Bridge“.
Bevor wir die Themse überqueren, halten wir kurz vor der „City Hall“. Sie ist das Rathaus von London und ist Sitz der „Greater London Authority“ und des Mayor of London. Aufgrund seiner Form wird das Gebäude von Einheimischen auch liebevoll „Darth Vader Helmet“ genannt.

Das Londoner Rathaus, die "City Hall", mit "The Shard" im Hintergrund

Das Londoner Rathaus, die „City Hall“, mit „The Shard“ im Hintergrund

Jetzt überqueren wir endlich eine der berühmtesten Brücken der Welt, die „Tower Bridge“. Errichtet in 1886 hat sie seit 2015 ein neues Highlight zu bieten. In einem der Walkways (also den höher gelegenen Fußgängerwegen, die Teil der „Tower Bridge Exhibition“ sind) wurde auf 11m der Boden durch eine (sehr dicke und stabile) Glasplatte ersetzt. Jetzt hast du aus ca. 40 m Höhe einen grandiosen Blick auf die Brücke unter dir oder die Themse selbst (wenn die Brücke gerade geöffnet ist). Wenn du die Brücke überquerst, schau mal nach oben und du wirst den Glasboden erkennen.

Ein sehenswertes Erlebnis -die Tower Bridge öffnet sich, wenn große Schiffe passieren wollen.

Ein sehenswertes Erlebnis -die Tower Bridge öffnet sich, wenn große Schiffe passieren wollen.

Nimm dir auf der Brücke Zeit und halte kurz inne. Zu deiner Linken siehst du all das, bei dem wir heute schon waren: die City Hall, „The Shard“, „Tate Modern“. Zu deiner Rechten liegen jetzt die „City of London“ und der „Tower of London“. Ist das nicht ein cooler Anblick? Vielleicht kannst du jetzt nachempfinden, warum ich so gerne in London bin. Ich kann mich gar nicht satt sehen an den Kombinationen aus hochmodernen Bürohäusern und den alten Traditionsgebäuden. Für mich gelingt das Zusammenspiel in London so gut wie in sonst keiner Stadt.
Genug geschwärmt und das Themseufer abgescannt? Dann laufe ans andere Ende der Brücke und beginn den Abstieg. Zu deiner Rechten liegt jetzt der „Tower of London“. Hier triffst du auf über 900 Jahre Geschichte pur. Wenn es Zeit, deine Füße und deine Lust noch zulassen, besuche ihn für einen ersten Eindruck. Man muss ehrlich sagen, dass man im Tower einen guten halben Tag verbringen kann und das könnte heute schon knapp werden. Der älteste Teil, der „White Tower“, beherbergt heute eine Waffensammlung. Im „Jewel Tower“ findest du hinter dicken Panzertüren die Kronjuwelen der königlichen Familie. Du wirst auf Laufbändern an ihnen vorbeigefahren. Die Beefeater (Yeoman Warders) sind die Wachen vom Tower, sie beantworten tagsüber Fragen der Touristen, geben Führungen und schließen abends in einer kurzen Militärparade den Tower ab („Ceremony of the keys“). Wusstest du außerdem, dass es hier früher mal einen richtigen Zoo mit Elefant und Löwen gab? Wenn du wiederkommst, solltest du auf jeden Fall Zeit für einen ausführlichen Tower Besuch einplanen, es lohnt sich sehr.

Mehr als 900 Jahre Geschichte erwarten dich im Tower of London

Mehr als 900 Jahre Geschichte erwarten dich im Tower of London

In der Nähe des Besucherzentrums vom Tower (dort wo du die Eintrittskarten kaufen kannst), findest du ein „Wagamama“, wo du lecker asiatisch essen kannst, aber auch kleinere Lokale für Fish&Chips und Sandwiches.
Du kannst deinen heutigen Spaziergang an der Ubahn Station „Tower Hill“ auf der gelben Central-Line oder der grünen District-Line beenden, oder wenn du noch Ausdauer hast, laufe über die „Lower Thames Street“ weiter bis zum „Monument to the Great Fire of London“. Das Monument von 1677 ist nach dem Entwurf von Sir Christopher Wren entstanden und ist mit knapp 61 m (202 ft) die höchste alleinstehende Steinsäule weltweit. Neben den 202 ft an Höhe steht das Monument auch genau 202 ft von der Stelle entfernt, von der in 1666 das große Feuer in der Pudding Lane ausgebrochen sein soll. Von hier kannst du die Ubahn ab „Monument“ zurück ins Hotel oder den Flughafen nehmen.

Das Monument ist ein Mahnmal an das Große Feuer von 1666

Das Monument ist ein Mahnmal an das Große Feuer von 1666

Natürlich hast du heute nur einen Bruchteil dessen gesehen, was London zu bieten hat. Einige Must-see waren schon dabei, du hast „St. Paul’s Cathedral“ passiert, hast die „Tate Modern“ besucht, hast „Shakespeare Globe“, „the Shard“, „HMS Belfast“, die „City Hall“, „Tower Bridge“, den „Tower of London“ und ggf. das „Monument“ gesehen. Es fehlen noch ein paar Highlights wie „Big Ben“ und die „Houses of Parliament“, das Riesenrad „London Eye“, die tollen Museen, tolle Märkte, grüne Parks, „Camden Town“, „Trafalgar Square“, „Covent Garden“ und vieles mehr. Aber du musst ja auch noch genügend Gründe haben, um wiederzukommen…
See you soon in London!

Diesen Artikel habe ich übrigens für die Blogparade von Maria von Faszination Europa zum Thema „europäische Traumziele“ geschrieben. Lass dich hier von weiteren Zielen inspirieren.

Weitere Tipps für einen tollen Londonbesuch hat Peggy von Travellicious in ihrem Beitrag „London Calling – 4 Orte in London die einen Besuch wert sind“ für dich zusammen gestellt.

Wenn es dich weiter in den Norden Englands zieht, schau doch mal bei Benjamin von Reisendernerd vorbei. Er hat den tollen Artikel „Der Norden Englands“ verfasst, der mich endgültig überzeugt hat auch mal nach Newcastle zu fahren.

Comments 5

  1. Pingback: Blogparade - Europäische Traumziele - faszinationeuropa.de

  2. Hach! Ich liebe London 🙂 Da gerate ich glatt selbst wieder ins Schwärmen! Vielen Dank für den tollen Beitrag zu meiner Blogparade!
    Liebe Grüße
    Maria

  3. Pingback: Der Norden Englands - Fazination Europa - Reisetagebuch

  4. Jetzt waren wir schon sehr oft in London, aber zum Shakespeare Globe haben wir es nicht geschafft. Genauso wie die Emirates Line muss das es nächste mal wirklich dann klappen. Das letzte mal war am letzten Wochenende, also wieder etwas warten.

    Fahr auf jeden Fall mal in den Norden. Da ist es wirklich schön. Und dort gibt es Cheese Pommes. Newcastle hat auf jeden Fall etwas, mit der Tyne, den Brücken, der Innenstadt. Wenn du über deinen Besuch dort schreibst schaue ich dann auf jeden Fall wieder vorbei.

  5. Pingback: Zusammenfassung Blogparade "Europäische Traumziele" - faszinationeuropa.de

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