Banqueting House

Die Frontansicht vom Banqueting House

Name: Banqueting House
Was ist es: Museum/Gallerie mit einzigartigem Rubens Deckengemälde
Adresse: Whitehall, London SW1A 2ER
Wie kommst du hin: Die nächst gelegenen Ubahnstationen sind Westminster, Embankment oder Charing Cross. Von allen ist noch Fußweg einzuplanen.
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 17 Uhr
Eintrittskosten: £ 6,60 vor Ort, online günstiger (Stand Juni 2016)
Link zur Homepage: hier klicken
Totally-London-Tipp: Banqueting House gehört zur Sammlung der “historic royal palaces”. Wenn du auf Paläste stehst und ggf. sogar mehrere der folgenden auf deiner Sightseeing-Liste stehen, könnte sich die Jahres-Mitgliedschaft für dich lohnen. Diese kostet ca. £50 und ermöglicht dir (neben dem Banqueting House) unbegrenzten Eintritt zu folgenden weiteren Palästen: “Kensington Palace”, “Tower of London”, “Kew Palace”, “Hampton Court Palace” und “Hillsborough Castle”.

Die Frontansicht vom Banqueting House

Die Frontansicht vom Banqueting House

Totally-London-Hintergrundwissen

Das Gebäude

Der Whitehall Palace war der größte Palast in Europa zur damaligen Zeit. Und das Banqueting House war immer das Herzstück, errichtet für Veranstaltungen und Feiern, den Empfang von Botschaftern und Maskenbälle. Das erste Banqueting House – errichtet unter Queen Elizabeth I in 1581 und komplett aus Holz – brannte bereits nach 25 Jahren komplett ab. James I entschied sich 1609 für den Wiederaufbau, aber auch wenn dieses Gebäude teilweise aus Stein gebaut war, hat es ein Feuer in 1619 komplett zerstört. Das Gebäude, was du heute besuchen kannst, steht jetzt schon über 400 Jahre. Es wurde zwischen 1619 und 1627 erbaut und ist heute der einzige verbliebene Teil des gesamten ehemaligen Whitehall Palastes, der wiederum 1698 komplett abgebrannt ist.

Der Architekt

Architekt Indigo Stones hat mit dem riesigen Steingebäude aus dreifarbigem Stein ein Gebäude geschaffen, was sich stark von den Gebäuden der damaligen Zeit abhob. Jones war stark beeinflusst von seinen Reisen nach Italien und er wollte ein Stück des alten Roms nach London transportieren. Jones war unter James I auch für die Kostüme und Masken der Maskenbälle verantwortlich.

Das Deckengemälde

1636 wurden die großen Deckengemälde von Sir Peter Paul von Rubens angebracht. Sie lassen sich thematisch in drei Bereiche einordnen: Erinnerung an James I (der verstarb in 1625), die Vereinigung von Schottland und England und die Vorteile eines weisen Herrschers. In Auftrag gegeben wurden die Gemälde von Charles I, dem Sohn von James I. Er zahlte ca. 3000 Pfund dafür, was für damalige Verhältnisse sehr teuer war. Die Gemälde sind heute so einzigartig, weil sie das einzige Rubens Deckengemälde sind, das sich immer noch in Original Umgebung befindet.
Die Bilder hängen in drei Reihen und umranken ein zentrales Bild in der Mitte. Das erste Bild der mittleren Reihe ist so gemalt, dass der Besucher es beim Eintritt sofort sieht – die Perspektive für den Eintretenden. Am anderen Ende vom Raum befindet sich der Thron. Das Bild was ihm am nächsten ist, ist so gemalt, dass der König es wiederum perpektivisch sofort sehen kann. Bild Nummer eins steht für den König somit auf dem Kopf.

Lustige Anekdote: Rubens was Fan großer Gemälde, hatte jedoch nicht bedacht, dass die Maßeinheiten zwischen Belgien und England verschieden sind. Seine Bilder waren ursprünglich zu groß und mussten für das Banqueting House angepasst werden.

Damit die Gemälde noch lange so prachtvoll erscheinen, hat man die Maskenbälle eingestellt, denn der Kerzenqualm hatte angefangen die Gemälde anzugreifen und zu zerstören. Heute finden nur noch sehr wenige Event (ca. 120 jährlich) im Banqueting House statt – sie alle bringen Geld in die Kassen um die Gemälde zu erhalten. Ebenfalls für private Feiern anmietbar ist die „undercroft“, die von James I und seinen Freunden als Trinkhalle und nach seinem Tod als „Spielhölle“ genutzt wurde. In diesem Teil findet heute die Einführung in das Haus und seine Geschichte mit einem Kurzfilm statt. Den kann ich sehr empfehlen, denn er bereitet optimal auf den Besuch im ersten Stock vor.

Banqueting House - Thron und das gewaltige Deckengemälde von Rubens

Banqueting House – Thron und das gewaltige Deckengemälde von Rubens

Details aus dem riesigen Deckengemälde im Banqueting House

Details aus dem riesigen Deckengemälde im Banqueting House

Charles I

Für Charles I hat das Banqueting House schlimme Erinnerungen parat, denn hier ist der Ort an dem er am 30.01.1649 hingerichtet wurde. Damals herrschte Bürgerkrieg, denn Charles I hatte das Parlament für 11 Jahre geschlossen und Macht nur einer kleinen Gruppe zugestanden. Nachdem er den Bürgerkrieg verloren hatte, wurde er wegen Hochverrats verurteilt und geköpft.
Am Vorabend der Hinrichtung brachte man seine Kinder (9 und 13 Jahre alt) zum Abschiednehmen, nach 1 Uhr wurde er selber nach draußen gebracht. Die wunderschönen Deckenbilder sind vermutlich das letzte Schöne, was er gesehen hat. Draußen wartete schon der Block, auf den er seinen Kopf ablegen musste. Da man ihn als Verräter ansah, hatte man den Block niedriger als für gewöhnliche Verurteilte gemacht. So musste er sich noch weiter beugen, wurde noch weiter erniedrigt. Dennoch gab es noch ein wenig Kampfgeist oder Stolz in ihm: Charles vermutete, dass ein Zittern aufgrund der Temperaturen im Januar nicht mit der Kälte in Verbindung gebracht würde, sondern als Angstzittern gedeutet werden könnte. Das Gefühl wollte er aber keinem vermitteln, daher trug er 2 Hemden übereinander.

Heute gedenkt man immer am 30.01. mit einer Zeremonie in der Banqueting Hall der Hinrichtung.

Wusstest du, dass die Uhr an der gegenüberliegenden Horse Guards Parade um 2 Uhr eine dunkle Kennzeichnung hat? Angeblich ist das die Zeit, an der Charles I geköpft wurde. Genau weiß das aber heute keiner mehr..

Die Zeit der Hinrichtung von Charles I ist an der gegenüberliegenden Uhr mit einem dunklen Fleck markiert

Die Zeit der Hinrichtung von Charles I ist an der gegenüberliegenden Uhr mit einem dunklen Fleck markiert

Das Banqueting House in neuerer Zeit

Nach dem großen Feuer von 1666 wurde das Banqueting House noch bis 1890 als Kapelle genutzt. In 1893 übergab Queen Victoria das Gebäude zur Nutzung als Museum und bis 1962 befand sich hier das Militärmuseum des Royal United Services Institute (RUSI). Hier wurde u.a. das Skelett von Napoleons Pferd ausgestellt.
Heute ist die Banqueting Hall offen für alle und du kannst die Deckengemälde ausgiebig bewundern. Dafür liegen diverse Sitzkissen bereit, so dass du die Gemälde im Liegen auf dich wirken lassen kannst. Alternativ gibt es verschiebbare Spiegel, die den Blick auf Details der Decke – ohne Kopf verdrehen – ermöglichen.

Der Thron im Detail

Der Thron im Detail