Last Updated on 12. Juli 2025

David Bowie – Ikone, Grenzgänger, Genie. Kaum ein Künstler hat die Popkultur so geprägt wie er. Und kaum eine Stadt war für ihn so prägend wie London. Wer Bowie verstehen will, muss durch die Straßen gehen, die ihn geformt haben. In diesem Artikel nehme ich dich mit auf eine ganz besondere Tour: auf den Spuren von David Bowie durch London – vorbei an Geburtsort, Plattenstudios, Kultplätzen und versteckten Erinnerungen.

Start in Brixton: Wo alles begann

Brixton ist nicht nur bunt, lebendig und musikalisch – es ist auch der Ort, an dem David Robert Jones am 8. Januar 1947 das Licht der Welt erblickte. Hier lebte Bowie, bis er 6 Jahre alt war. Dann zog die Familie nach Bromley.

Bowie Mural von Jimmy C

Der erste Stopp führt dich zum berühmten Bowie-Mural an der Tunstall Road (direkt gegenüber der Underground Station). Das farbenfrohe Wandbild des australischen Künstlers James Cockran (Künstlername Jimmy C) wurde 2013 geschaffen – heute ist es eine Art Pilgerort für Fans aus aller Welt.

Inspiration für das Mural ist das Cover von Bowies sechstem Studioalbum Aladdine Sane von 1973.

40 Stansfield Road

Wer mag, macht einen Abstecher zur 40 Stansfield Road, Bowies Geburtshaus (bitte respektvoll – es ist ein Wohnhaus!). Hier erblickte der Sänger am 8. Januar 1948 als David Jones das Licht der Welt. Eine der berühmten Blue Plaques gibt es nicht am Haus, aber das verwundert nicht, denn die besonderen Plaketten werden erst dann errichtet, wenn die Person mindestens 20 Jahre verstorben ist. Das wäre im Fall David Bowie erst am 10. Januar 2036 der Fall.

Ritzy Cinema

Vor dem Ritzy Cinema versammelten sich Hunderte von Fans, als sie von Bowies Tod erfahren hatten. Das Gebäude hat schon immer Bowie-nahe Events veranstaltet und zeigte u.a. in 2022 auch den „Moonage Daydream“ Film.

Bromley & Beckenham: Jugend, Kunst & erste Gigs

Weniger bekannt, aber mindestens genauso spannend: Bowies Jugendjahre in Bromley und Beckenham im Südosten Londons.

In einem Pub namens The Three Tuns (heute eine Zizzi Pizzeria) traf sich der junge Bowie mit anderen Künstler*innen – hier entstand das „Beckenham Arts Lab“. Auch seine erste Band, The Konrads, hatte hier ihr erstes Treffen. Vor dem Gebäude in 157 High Street, Beckenham ist der Bowie Flash, der blau-rote Blitz von Ziggy Stardust, in Übergröße auf den Boden gemalt. Und links am Gebäude erinnert eine rote Plakette an den berühmten Sohn der Gegend.

Ein Stück weiter findest du den Beckenham Bandstand im Croydon Road Recreation Ground. Hier veranstaltete Bowie 1969 ein kostenloses Musikfestival, daher wird er heute auch oft als Bowie Bandstand bezeichnet. Nach umfangreichen Restaurierungen wurde das mittlerweile Grade II gelistete Gebäude 2024 neu eröffnet.

Soho & das West End: Ziggy wird geboren

Weiter ins musikalische Herz Londons: Soho. Hier wurde aus David Bowie Ziggy Stardust, hier nahm er seine ersten großen Songs auf, hier wurde Geschichte geschrieben.

Bowie Erinnerungen in der Heddon Street

23 Heddon Street – ein unscheinbarer Hinterhof nahe der Regent Street, heute ein beliebter Fotospot. Hier entstand das legendäre Cover des Albums „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ (1972). Heute erinnert eine blaue Plakette (aber keine offizielle Blue Plaque) an diesen magischen Moment.

Und in direkter Nachbarschaft (eine kleine Sackgasse am Ende der Heddon Street) wurde der Bowie Pfeil an die Wand nahe der Telefonzelle gemalt. Auf der Rückseite der „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ Platte steht Bowie in einer Telefonzelle. Es könnte diese sein, allerdings finde ich dafür keinen Beweis.

Trident Studios

Weiter geht’s zum Gebäude der ehemaligen Trident Studios, die sich zwischen 1968 und 1981 in 17 St Anne’s Court befunden haben. In diesem Studio nahm Bowie Songs wie „Space Oddity“ und die Alben „Hunky Dory“ und „The Rise and Fall of Ziggy Stardust“ auf.

Am Gebäude erinnert eine blaue Plakette des British Plaque Trust daran.

Denmark Street

Ein Spaziergang durch die nahegelegene Denmark Street – einst das Herz der britischen Musikszene – gehört unbedingt in deinen Besuch. Und besonders die Hausnummer 9 schau dir genauer an. Hier befand sich einst die Gioconda Coffee Bar (heute ein Flat Iron). In Londons „Tin Pin Alley“ trafen sich die musikalischen Größen, unter ihnen David Bowie, auf Drinks und Gespräche. Eine blaue Plakette erinnern an die Bar.

Orte mit David Bowie Bezug in London

Hammersmith Apollo

Im Hammersmith Odeon (heute das Hammersmith Apollo) stürzte Bowie am 3. Juli 1973 viele seiner Fans in Fassungslosigkeit, denn er schickte auf der Bühne seine Kunstfigur Ziggy Stardust in den Ruhestand. Viele dachten sogar, dass damit das Ende seiner Karriere kommen würde. Hintergrund war aber, dass Bowie seinem Alter-Ego überdrüssig geworden war und Platz machen wollte, für neue Impulse und Ideen.

Katakomben unter dem Roundhouse, Camden

Indirekt haben die Katakomben unter dem Roundhouse in Camden mit David Bowie zu tun. Denn dort wurde das Video zu Bauhaus‘ „Ziggy Stardust“ gedreht. Das passende Video aus dem August 1982 kannst du auf YouTube ansehen.

Wembley Stadion

Im alten Wembley Stadion (das Twin Towers genannt wurde, da zwei markante, weiße Türme am Eingang standen) fanden primär Fußballspiele statt. Aber am 13. Juli 1985 war es Austragungsort für das Benefizkonzert „Live Aid“. David Bowie war einer der Künstler, der beim Rockkonzert auftrat. Die Einnahmen von ca. 200 Millionen DM unterstützen die akute Hungerkatastrophe in Äthiopien. Das alte Wembley Stadion wurde 2003 abgerissen und auf dem gleichen Grund das neue Wembley Stadion errichtet.

Bowie am Music Walk of Fame Camden

Seit September 2022 hat David Bowie einen eigenen Stern am Camden Walk of Fame. Hintergründe zum Walk und welche anderen Ikonen hier auch noch verewigt wurden, kannst du im passenden Post „Der Music Walk of Fame“ nachlesen.

Das David Bowie Centre im V&A East Storehouse

Im September 2025 eröffnet im V&A East Storehouse das David Bowie Centre. Der separate Bereich im Museum wird weltgrößte Sammlung an Gegenständen sein, die das Leben und Schaffen des Ausnahmekünstlers zeigt. Ich bin schon sehr gespannt. Und besonders cool – wie alle V&A Museen – wird auch dieser Teil des Museums kostenlos sein. Jedoch muss man ein zeitlich festgelegtes Ticket besorgen.

Fazit: London für Bowie-Fans

Ob du mit Bowies Musik aufgewachsen bist oder sie gerade erst entdeckst – London erzählt seine Geschichte auf ganz eigene Weise. Und wenn dir nach noch mehr Details ist, dann möchte ich die sehr ausführliche Webseite „The Bowie Bibel“ empfehlen.

Tipp: Erstelle dir eine eigene Playlist mit Songs wie Heroes, Life on Mars?, Ashes to Ashes oder Where Are We Now? – und hör sie unterwegs. Es macht den Spaziergang noch intensiver.

Kennst du noch andere Orte, die mit David Bowie in London in Zusammenhang stehen? Dann sag mir unbedingt Bescheid!