Last Updated on 3. November 2024

Das viktorianische London fasziniert dich? Du wüsstest gerne, wie man damals gelebt hat, wie sich die Straßen Londons angefühlt haben, wie es war, wenn man einen Arzt brauchte? Dann ist dieser Post perfekt für dich, denn wir gehen auf eine Zeitreise und besuchen Orte, die du auch im heutigen London aufsuchen kannst, um ein Gefühl für diese längst vergangene Zeit zu bekommen.

Das viktorianische Zeitalter

Bevor wir starten, eine kurze Auffrischung rund um die das viktorianische Zeitalter. Das wurde nach der Regentschaft von Königin Victoria benannt, die von 1837 bis 1901 dauerte und eine Zeit voller gesellschaftlicher, technologischer und kultureller Veränderungen in Großbritannien war. Die Epoche war geprägt von der industriellen Revolution, einem beispiellosen wirtschaftlichen Wachstum und einer starken Kolonialpolitik, die das britische Empire zur weltweit führenden Macht machte. Gleichzeitig formten soziale Normen und Werte das Leben der Menschen stark. Während Frauen und Kinder oft unter harten Bedingungen arbeiteten und eine starke Kluft zwischen Arm und Reich herrschte, begann auch eine Ära des sozialen Wandels. Viele Technologien und Erfindungen, die heute selbstverständlich sind, nahmen ihren Anfang in dieser Ära, wie die Eisenbahn oder das Telefon.

Doch wie anders war das Leben damals! Die Straßen Londons waren voller Pferdekutschen, Gaslampen erhellten die Nächte, und die Menschen lebten oft in beengten Wohnverhältnissen. Mode und Architektur spiegelten den Einfluss der Königin wider: hohe Krägen, enge Korsetts und prachtvolle Fassaden. Hygiene- und Gesundheitsstandards waren weit entfernt von modernen Normen, und das Leben in London war geprägt von einem harten, oft gefährlichen Alltag.

Wenn du in London bist und einen Hauch dieses viktorianischen Charmes spüren möchtest, gibt es einige Orte, die eine Zeitreise zurück ermöglichen und die sehen wir uns jetzt gemeinsam an.

Zeitreise ins viktorianische London

British Museum

Das British Museum beherbergt eine umfangreiche Sammlung, die während des viktorianischen Zeitalters zusammengetragen wurde. Die viktorianische Faszination für antike Kulturen zeigt sich besonders in den Ausstellungen der griechischen und ägyptischen Abteilungen.

Victoria and Albert Museum

Dieses Museum wurde 1852 gegründet und bietet eine unschlagbare Sammlung viktorianischer Kunst und Design. Hier kannst du Möbel, Mode, Schmuck und Kunst aus der Zeit bestaunen, die das viktorianische Leben und die Ästhetik auf anschauliche Weise darstellen.

Der Leadenhall Market

Mit seinen bunten Fassaden und schmiedeeisernen Toren ist er einer der schönsten erhaltenen Märkte Londons. Ursprünglich im 14. Jahrhundert erbaut, wurde der Leadenhall Market in den 1880ern zu dem viktorianischen Juwel umgestaltet, das wir heute sehen.

Aber nicht wundern, ein klassischer Markt findet hier schon länger nicht mehr statt. Aber in einigen Seitenarmen des Marktes kann du immer noch die Haken sehen, an denen früher das Geflügel hing, das verkauft wurde. Schon mal bemerkt?

Heute sind hier Restaurants und Pubs sowie einige Shops angesiedelt.

Dennis Severs‘ House

Zugegeben, die Zeitperiode des Dennis Severs House liegt noch vor dem viktorianischen Zeitalter, aber eine Zeitreise gelingt hier dennoch ganz wunderbar. Und zwar in das Haus einer Hugenottenfamilie des 18. Jahrhunderts. Jeder Raum ist aufwändig dekoriert, Geruch und Akustik sorgen dafür, dass du mittendrin im Familienleben ankommst. Dass du keine Fotos machen darfst und Gespräche auch auf Maximum reduziert sind, schärft den Fokus aufs Entdecken. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Museum of London Docklands – Sailor Town

Das Museum of London Docklands ist immer einen Besuch wert. Besonders aber, wenn du eine Zeitreise in das Leben von Seeleuten in den Jahren 1840 bis 1850 machen möchtest. Denn dann musst du den Sailor Town Bereich besuchen. Hier ist eine kleine Stadt nachgebaut, die neben versteckten Ecken auch all die Shops hat, die man damals so brauchte: ein Pub, Geschäfte für Schiffszubehör, Unterkünfte. Sound und Geruch unterstützen das Erlebnis.

Das Sherlock Holmes Museum

Das Sherlock Holmes Museum in der 221B Baker Street ist eine detailgetreue Rekonstruktion von Sherlock Holmes‘ berühmtem Wohnsitz. Hier werden viktorianische Möbel, Kleidung und Alltagsgegenstände gezeigt, die an die Krimis von Sir Arthur Conan Doyle erinnern. Hier kannst du das London der späten viktorianischen Zeit hautnah erleben.

Die Magnificent Seven Friedhöfe

Für den düsteren Einblick in das viktorianische Leben bzw. Sterben empfehle ich, die Friedhöfe zu besuchen, die man heute als die Magnificent Seven bezeichnet. Die aufwändig verzierten Grabstätten und die teils verfallenen Mausoleen, die du dort findest, spiegeln die Viktorianer wider, die sich von Romantik und Mystik angezogen fühlten. Besonders gute Beispiele – gerade für die Mausoleen – findest du auf dem Highgate Cemetery, aber auch der Brompton Cemetery bietet wirklich beeindruckende Gräber.

Der Pickering Place

Ein versteckter Platz nahe dem St. James’s Palace ist der Pickering Place. Nicht direkt von der Straße einsehbar, fanden hier früher Duelle, Glücksspiele und Prostitution statt. Noch heute vermitteln die Original Gaslampe und die Gebäude das Flair der vergangenen Zeit.

Der Bahnhof St Pancras

Der Bahnhof St. Pancras ist eines der beeindruckendsten Beispiele viktorianischer Architektur und Ingenieurskunst in London. Er wurde 1868 eröffnet und galt damals als technisches Meisterwerk und architektonisches Symbol der industriellen Revolution. Mit seiner neugotischen Fassade, entworfen von Sir George Gilbert Scott, und der riesigen Bahnhofshalle, die zur Zeit ihrer Erbauung die größte ihrer Art war, verkörpert St. Pancras die Pracht und den Ehrgeiz des viktorianischen Zeitalters.

Der Bahnhof war das Tor Londons zum Norden und spielte eine entscheidende Rolle im aufstrebenden Eisenbahnnetz Großbritanniens, das zu jener Zeit eine revolutionäre Mobilität ermöglichte und das Land zusammenwachsen ließ. Die Fassade des St. Pancras Renaissance Hotels mit ihren Türmen, Bögen und Fenstern erinnert an eine mittelalterliche Kathedrale und war bewusst darauf ausgelegt, Reisende zu beeindrucken.

Auch das Innere des Bahnhofs, mit der weiten Halle und den schmiedeeisernen Stützen, gibt Besuchern das Gefühl, in die Vergangenheit zurückzukehren. St. Pancras wurde in den 2000er Jahren aufwendig restauriert und ist heute sowohl ein lebendiger Bahnhof (hier kommt u.a. der Eurostar an).

Das Albert Memorial & Royal Albert Hall

Das Albert Memorial ist eines der beeindruckendsten Denkmäler des viktorianischen Zeitalters und das größte Denkmal weltweit, das für einen männlichen königlichen Begleiter erbaut wurde. Es steht in den Kensington Gardens gegenüber der Royal Albert Hall.

Es wurde zwischen 1864 und 1875 errichtet und von Königin Victoria in Auftrag gegeben, um an ihren geliebten Ehemann, Prinz Albert, zu erinnern, der 1861 verstorben war. Das Memorial spiegelt die große Trauer der Königin (sie trug Rest ihres Lebens nur noch Trauer) und die Bewunderung der viktorianischen Gesellschaft für Albert wider, der als großer Förderer von Kunst, Wissenschaft und Bildung bekannt war. Albert hatte die Great Exhibition 1851 ermöglicht und wenn du dir die übergroße goldene Statue – das Herzstück des Denkmals – genauer ansiehst, erkennst du, dass er einen Katalog der Ausstellung in der Hand hält.

Der Entwurf des Architekten Sir George Gilbert Scott im neugotischen Stil zeigt die viktorianische Liebe zum Detail und zur Pracht. Das Memorial erhebt sich über eine große, mit Mosaiken und Statuen geschmückte Plattform, die verschiedene Künste und Wissenschaften symbolisiert. Am Fuße des Denkmals befinden sich allegorische Skulpturen, die Europa, Asien, Afrika und Amerika repräsentieren und den globalen Einfluss des Britischen Empires zu dieser Zeit symbolisieren.

Die gegenüber stehende Royal Albert Hall ist eines der berühmtesten Konzerthäuser der Welt. Sie wurde im Jahr 1871 eröffnet und war, wie das nahegelegene Albert Memorial, ein Projekt zu Ehren von Prinz Albert.

Die Architektur des Gebäudes vereint viktorianische Pracht mit Elementen der italienischen Renaissance. Die ovale Fassade mit ihrer markanten roten Ziegelfassade und dem terrakottafarbenen Friese ist mit Mosaiken verziert, die Themen der Künste und Wissenschaften darstellen. Die beeindruckende Kuppel war eine technische Meisterleistung ihrer Zeit und steht als Symbol für das Streben der Viktorianer nach technologischen Innovationen.

Im Inneren der Royal Albert Hall finden über 5.200 Besucher Platz. Die herausragende Akustik und das großzügige Design machen sie zu einem außergewöhnlichen Ort für Konzerte und Veranstaltungen aller Art – von klassischen Musikdarbietungen und Opern bis hin zu Rockkonzerten, Sportveranstaltungen und Wohltätigkeitsgalas. Besonders bekannt ist die Halle für die alljährlich stattfindenden BBC Proms, eine Konzertreihe, die ein breites Publikum an klassische Musik heranführt und seit über 100 Jahren in der Royal Albert Hall gefeiert wird.

Die Tower Bridge

Natürlich darf meine Lieblingsbrücke in London – die wunderschöne Tower Bridge – bei einem Post über viktorianische Gebäude nicht fehlen.

Die Brücke, die die Themse nahe des Tower of London überspannt, wurde zwischen 1886 und 1894 erbaut und war ein technisches Wunderwerk ihrer Zeit. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung und des zunehmenden Verkehrsaufkommens im späten 19. Jahrhundert war eine neue Brücke erforderlich, die Schiffe passieren lassen konnte, ohne den Verkehr zu behindern – die Tower Bridge war die Lösung.

Der Entwurf, eine Kombination aus Hänge- und Klappbrücke, wurde von den Ingenieuren Sir Horace Jones und Sir John Wolfe Barry entwickelt. Die markanten neugotischen Türme der Brücke spiegeln den Stil des benachbarten Tower of London wider und verleihen der Brücke ein historisches Aussehen, das perfekt zur Umgebung passt. Die Türme und der obere Fußgängersteg aus Stahl sind mit Stein verkleidet, was die Brücke besonders imposant erscheinen lässt.

Die Tower Bridge war zur Zeit ihrer Fertigstellung eine technologische Sensation: Mit hydraulischen Dampfmaschinen konnte sie innerhalb von etwa einer Minute ihre beiden Bascules (Klappbrückensegmente) anheben, um den Schiffsverkehr auf der Themse zu ermöglichen. Diese Funktion ist bis heute erhalten, auch wenn die Brücke inzwischen elektrisch betrieben wird.

Mehr Eindrücke und was den Besuch so lohnenswert macht, findest du im passenden Post „Die Tower Bridge“.

Das Fake-Haus in Bayswater

Hast du schon mal vom Fake-Haus in Baywater gehört? Im viktorianischen London lebten äußerst kreative Menschen, die über diesen besonderen Bau einen Lüftungsschacht für die dampfbetriebenen Tube Wagen der damaligen Zeit schafften. Mehr Hintergründe im separaten Post hier.

Straßen mit dem viktorianischen Flair

Obwohl in London in vielen Bereich die Gentrifizierung voranschreitet und immer wieder hohe Glastower entstehen, gibt es noch einige Straßen, die sich den Flair der vergangenen Zeit erhalten haben. Hier sind einige Beispiele:

Cecil Court

Cecil Court ist eine kleine, charmante Gasse in Londons West End, nur wenige Schritte von Leicester Square entfernt. Sie ist bekannt für ihre viktorianischen Ladenschilder und eine große Auswahl an Antiquariaten und Buchhandlungen, die oft schon seit Generationen dort ansässig sind. Cecil Court wird auch „Booksellers‘ Row“ genannt, da sich hier eine beeindruckende Anzahl von Geschäften angesiedelt hat, die seltene Bücher, alte Drucke, Landkarten und Sammlerstücke verkaufen.

Die Gasse selbst hat eine lange Geschichte und wurde im 17. Jahrhundert erstmals erwähnt, aber die heutige viktorianische Architektur stammt aus den 1890er Jahren.

Eine Besonderheit von Cecil Court ist sein literarisches Erbe. Du findest hier eine Plakette am einem der Gebäude, die sagt „In a building on this site W. A. Mozart and his family lodged with barber John Couzin, April – August 1764, the first London address on their Grand Tour of Europe. Cecil Court Traders‘ Association“. Man sagt, dass Mozart hier im ersten Stock seine erste Sinfonie komponierte.

Die Straße wird auch oft als Inspiration für die Harry Potter Bücher bzw. die Diagon Alley vorgestellt. Ich habe schon Schilder in der Straße gesehen, die sich ganz klar davon distanzieren und empfehlen, das Geld vom Tour Guide zurückzuverlangen, wenn diese Geschichte erzählt wird.

Goodwin’s Court

Goodwin’s Court ist eine versteckte und atmosphärische Gasse in Covent Garden, die zeitlich zwar schon aus georgianischen Zeit stammt, die dir aber trotzdem empfehlen möchte, da eine Zeitreise hier auch wunderbar klappt.

Diese schmale Passage ist leicht zu übersehen, da sie sich unscheinbar hinter einer Reihe moderner Gebäude versteckt. Doch sobald man sie betritt, wird man in eine andere Zeit versetzt. Die Gasse besteht aus einer einzigen Reihe enger, drei- bis vierstöckiger Stadthäuser mit Sprossenfenstern und schmiedeeisernen Gittern. Es gibt auch einige der bauchigen Bulls Eye Glasscheiben. Der gepflasterte Boden und die Gaslaternen verstärken das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist.

Auch hier fand J.K. Rowling angeblich Inspiration für ihre Harry Potter Bücher und hat die Winkelgasse ähnlich beschrieben. Ob das stimmt, wird man wohl nie erfahren.

Keystone Crescent

Keystone Crescent ist eine kleine, halbkreisförmige Straße im Stadtteil King’s Cross, die für ihre viktorianische Architektur und ihre ungewöhnliche Form bekannt ist. Die Straße liegt in der Nähe der berühmten King’s Cross Station und zeichnet sich durch ihre denkmalgeschützten Backsteinhäuser aus dem 19. Jahrhundert aus. Keystone Crescent ist besonders bemerkenswert wegen seines engen Bogens, der ihn zu einem der engsten und rundesten Straßenzüge Londons macht.

Ursprünglich wurde diese Straße für die Arbeiter in der boomenden Eisenbahnindustrie des viktorianischen Zeitalters gebaut. Die Architektur ist typisch für die Ära, mit Reihenhäusern aus rotem Backstein und den klassischen viktorianischen Fassaden. Heute hat die Straße einen fast dörflichen Charme und bietet einen ruhigen Rückzugsort mitten im urbanen London.

Fotos und mehr Eindrücke zum Keystone Crescent findet du hier im passenden Post.

Die Roupell Street in Waterloo

Die Roupell Street ist eine malerische, gut erhaltene viktorianische Straße im Stadtteil Waterloo, im südlichen London. Die Straße ist bekannt für ihre Reihenhäuser, die noch weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten sind. Roupell Street und die umliegenden Straßen wie Theed Street und Windmill Walk bilden die sogenannte „Roupell Street Conservation Area,“ die eine der authentischsten viktorianischen Wohngegenden Londons ist.

Die schmalen Häuser aus Londoner Backstein, die traditionellen Fensterläden und die typischen Eingangstüren mit Messingbeschlägen bieten einen seltenen und unberührten Einblick in die Architektur des frühen 19. Jahrhunderts. Ursprünglich wurde die Straße in den 1820er und 1830er Jahren von John Roupell, einem Londoner Grundbesitzer, für die Arbeiterklasse errichtet, als die Nachfrage nach Wohnraum im aufstrebenden industriellen London stark anstieg.

Roupell Street ist nicht nur bei Geschichtsliebhabern und Architekturenthusiasten beliebt, sondern auch ein gefragter Drehort für Film- und Fernsehproduktionen. Die authentische Szenerie hat schon als Kulisse für historische Dramen, Dokumentationen und Filme gedient.

Das Old Operating Theatre

Wie du vielleicht schon erahnst, war die medizinische Versorgung zur damaligen Zeit deutlich anders. Das Medizinmuseum „Old Operation Theatre“ stammt zwar aus 1822 (und ist daher ein wenig früher als die Zeitangaben zum viktorianischen Zeitalter), aber die Bedingungen für Behandlungen, Amputationen und Co änderten sich erst mal nicht grundlegend, daher empfehle ich diesen Besuch auf jeden Fall.

Viktorianische Music Halls

Im viktorianischen London waren Music Halls ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Lebens und Unterhaltung für die breite Bevölkerung. Sie boten eine bunte Mischung aus Theater, Musik, Tanz und Varieté – und prägten das Stadtleben, indem sie für kurze Momente in eine andere Welt entführten. Einige dieser historischen Music Halls haben die Zeit überdauert und sind noch heute als Veranstaltungsorte oder Museen erhalten.

Wilton’s Music Hall

Wilton’s im Stadtteil Whitechapel ist die älteste erhaltene Music Hall der Welt und einer meiner Lieblingsorte für Konzerte und Theater in London. Die Hall wurde 1859 eröffnet und beeindruckt mit ihrem charmanten, teilweise verfallenen Interieur, das die Originalarchitektur bewahrt hat.

Hoxton Hall

Die Hoxton Hall liegt im East End von London und wurde 1863 erbaut. Ursprünglich war sie als „Saloon Theatre“ bekannt. Das Gebäude ist in seinem viktorianischen Stil erhalten und bietet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen und Kunstprojekten.

Die Royal Vauxhall Tavern

Die Royal Vauxhall Tavern (RVT) wurde ca. 1865 errichtet und diente seit dem Zweiten Weltkrieg als Treffpunkt für heimkehrende Soldaten und schwule Männer aus der Umgebung. Seit den 1950er ist die RVT Jahren ein wichtiger Bestandteil der Londoner LGBTQ+-Gemeinschaft ist. Hier ist auch der Ort, an den Freddie Mercury die damalige Prinzessin Diana (in Männerverkleidung) reinschmuggelte, um ein paar Minuten unerkannt mit Freunden Spaß zu haben.

The Grand in Clapham

The Grand wurde 1900 eröffnet und war einst eine der opulenten Music Halls Londons. Noch heute kann man hier den alten Glanz der viktorianischen Architektur bewundern, während der Veranstaltungsort eine breite Palette an Events wie Comedy, Musik und Theater bietet.

Viktorianisch inspirierte Music Halls

Die Brick Lane Music Hall und die Wigmore Hall sind beide historische Veranstaltungsorte in London, die allerdings etwas vom typischen viktorianischen Music Hall-Charakter abweichen:

  1. Die Brick Lane Music Hall wurde 1992 von Vincent Hayes gegründet und ist keine originale viktorianische Music Hall, sondern eine Hommage an die viktorianische Unterhaltungstradition. Sie begann im Londoner East End auf der Brick Lane und zog später in ein renoviertes Gebäude im Stadtteil Silvertown um. Die Hall bietet heute Shows im Stil der klassischen Music Halls, einschließlich Varieté und Pantomime, und verbindet modernen Humor mit nostalgischem Flair – jedoch mit einem eher nachträglich geschaffenen viktorianischen Charme.
  2. Wigmore Hall: Die Wigmore Hall hingegen wurde 1901 eröffnet, also am Übergang von der viktorianischen zur edwardianischen Ära. Sie war ursprünglich als Konzertsaal für Kammermusik konzipiert und richtet sich eher an das klassische Musikpublikum als an die Music-Hall-Kultur des viktorianischen Londons.

Fallen dir noch andere Orte ein, an denen man auf den Spuren des viktorianischen Londons wandeln kann? Dann teile sie gerne in den Kommentaren.