London ist eine sehr grüne Stadt. Viele Grasflächen, Parks und Gärten verschönern die Stadt das ganze Jahr hindurch. Von den Osterglocken zur Kirschblüte, von Bluebells hin zur Wisteria – das optische Bild von London wandelt sich regelmäßig. Zeit also, den schönen Gärten mal einen eigenen Post zu widmen. Die hier vorgestellten sind bei weitem nicht alle. Vor allem ein wenig außerhalb vom Stadtkern finden sich herrliche Herrenhäuser mit passenden Grünanlagen. Daher wird dieser Post auch regelmäßig erweitert, immer dann, wenn ich einen schönen neuen Garten entdecke.

Öffentliche und kostenlose Gärten in Londons

Kyoto Garden

Der Besuch im Kyoto Garten ist ein Kurztrip nach Japan. Der besondere Teil des Holland Parks beeindruckt mit Koi-Karpfen, Ahornbäumen und steinernen Laternen. Und echt Pfaue leben hier auch! Gleich nebenan ist seit 2012 der Fukushima Garden. Er gedenkt der Opfer des Tsunami 2011 und wurde aus Dank für die Unterstützung der Briten nach dem Naturunglück erbaut.

Crossrail Place Roof Garden

Mitten zwischen den Hochhäusern des heutigen Finanzdistriktes Canary Wharf befindet sich ein kleiner Garten mit exotischen Pflanzen – der Crossrail Place Roof Garden. Die Pflanzen stammen aus Ländern, die die West India Dock Company vor 200 Jahren mit ihren Schiffen angefahren hat. Denn an der heutigen Stelle des Gartens wurde damals primär Handel betrieben.

Victoria Embankment Garden

Der Victoria Embankment Garden ist eine Fläche zwischen Blackfriars und Westminster Bridge. Mehrere Blumenbeete, viele Bänke, sogar eine kleine Outdoor-Gym und jede Menge Statuen befinden sich hier. Für mich ist der Ort aber besonders wegen dem York Water Gate. Das war mal Teil des York House (auch Norwich Palace) und stand direkt am Ufer der Themse. Hier sieht man sehr gut, wie man den Flusslauf im Laufe der Zeit verschoben hat. Das York House wurde in den 1620ern erbaut.

Hampstead Pergola & Hill Gardens

Hampstead Pergola & Hill Gardens: Einer meiner Lieblingsorte im Norden der Stadt ist die schöne Hampstead Pergola mit den passenden Gärten. Hier findet man Ruhe und beeindruckende Architektur. Ausführliche Infos incl. Tipps zur Anreise findest du im Post über die Pergola.

Barbican Conservatory

Wusstest du, dass das zweitgrößte Gewächshaus Londons mit über 2000 tropischen Pflanzen und Bäumen im Barbican Centre steht? Richtig gelesen, inmitten des Betonklotzes befindet sich das Barbican Conservatory und hat an ausgewählten Sonntagen geöffnet. Es gibt sogar Afternoon Tea mitten im Grünen.

Postman’s Park

Der Postman’s Park ist ein kleiner Garten bzw. Park, der eigentlich traurige bzw. sentimentale Gründe hat. Denn hier werden Märtyrer geehrt, die ihr Leben verloren, als sie ein anderes gerettet haben. Und damit sind nicht Kriegshelden gemeint, sondern ganz normale Bürger. 50 Plaketten erinnern an sie und nennen auch den Grund ihres Todes.

St Dunstan-in-the-East

Ein wunderschöner und fast schon magischer Ort ist für mich die Kirchenruine St Dunstan-in-the-East. Mit der verbinde ich eine lustige Geschichte, denn ich kannte sie jahrelang unter einem anderen Namen. Ändert aber nichts an der Atmosphäre und der Ruhe, die du hier mitten in der City finden kannst.

Kostenpflichtige Gärten

Nicht alle Gärten sind kostenlos, als Beispiel für die kostenpflichtigen möchte ich dir zwei vorstellen.

Kew Gardens

Die Royal Botanic Gardens in Kew, kurz Kew Gardens genannt, sind ein riesiger botanischer Garten im Westen von London. Tolle Themengärten, die größten Gewächshäuser Londons, ein Treetop Walkway, ein kleiner Palast (Kew Palace) und das Kunstwerk „The Hive“ (ein überdimensionaler Bienenstock, in den man eintreten und Bienengeräusche hören kann) machen Kew Gardens eigentlich immer zu einem tollen Ausflugsziel. Besonders empfehlenswert ist es hier jedoch zur Vorweihnachtszeit. Dann blüht hier zwar nicht mehr so viel, aber die jährliche Licht- und Soundinstallation „Christmas at Kew“ ist (m)ein Highlight.

Chelsea Physic Garden

Der Chelsea Physic Garden ist der älteste botanische Garten in London, der seit 1673 existiert. Gegründet, um Heilpflanzen anzubauen, ist er immer noch Ort der Heilung und des Wissens rund um wohltuende Kräuter und Pflanzen. Über 5000 Arten davon befinden sich hinter den Mauern des Gartens.

 

Museen mit Gartenbezug

Natürlich gibt es zwischen den über 250 Museen in London auch welche, die das Thema Garten bedienen. Und dazu zählen die folgenden.

Das Garden Museum

Das Garden Museum ist in einer ehemaligen Kirche in Lambeth untergebracht und zeigt die Geschichte von Gartenkultur in Großbritannien. Besonders schön finde ich den Ausblick vom Glockenturm auf die Stadt, aber auch der Shop ist gut sortiert und es gibt hier einige wirklich skurrile Gegenstände, z.B. Pony Boots. Keine Ahnung was das ist? Dann schau gerne mal in meinem Post nach, den ich über meinen Besuch im Garden Museum geschrieben habe.

Natural History Museum

Natürlich hat auch das Naturkundemuseum, das Natural History Museum, zum Thema Garten einiges zu bieten. Vor allem den großen Garten rund um das Gebäude, den Wildlife Garden mit über 3000 Arten an Flora und Fauna, möchte ich dir ans Herz legen.

Der Herb Garret des Old Operating Theatre Museum

Angegliedert an das Old Operating Theatre Museum ist der Herb Garret. In diesem Bereich wurden die Heilpflanzen für die kranken Patienten getrocknet und aufbewahrt. Der Besuch lohnt sich für alle, die sich mit Heilpflanzen beschäftigen wollen, aber auch, wer tiefer in die Geschichte Londons einsteigen will. Denn der Operationssaal ist eine echte Besonderheit. Nicht nur der einzige, der in ganz Europa überlebt hat, sondern auch wie man ihn wiederentdeckt hat. Neugierig? Dann lies im Post über das Old Operating Theatre Museum weiter.

Horniman Museum

Der Garten des Horniman Museums bietet nicht nur grandiose Aussichten über London, sondern auch ganz viel zum Lernen, Anfassen und Spielen für Kinder.

 

Events rund um Blumen und Gärten

Natürlich dürfen auch Veranstaltungen rund um das Thema Garten nicht fehlen.

Das Open Garden Squares Weekend

Das Open Garden Squares Weekend ist eine tolle Gelegenheit mal in Gärten zu schauen, die normalerweise nicht zugänglich sind. Das können Gärten in Firmen sein oder solche, die sonst nur Anwohnern oder Hotelbesuchern offenstehen. An einem Wochenende im Jahr öffnen sie aber für alle Begeisterten die Tore. Mit dem Kauf des Tickets gibt es einen kleinen Katalog mit allen Gärten, die mitmachen. Wichtig: bei einigen ist der Eintritt limitiert und man muss sich bereits im Vorfeld ein Ticket reservieren! In einigen Gärten gibt es sogar spezielles Programm mit Musik, Kuchen und ggf. Führungen. Das besondere Wochenende findet immer im Juni statt (in 2019 vom 8.-9.6.).

Die Chelsea Flower Show

Die Chelsea Flower Show ist DIE Blumenshow in Großbritannien. Auf dem Gelände des Royal Hospital Chelsea (dem Alterswohnsitz von Kriegsveteranen) werden an 5 Tagen die neuesten Trends in Sachen Gartendesign und Pflanzen vorgestellt. Am letzten Tag gibt es einen großen Ausverkauf. Meistens ist die Queen samt Unterstützung von Teilen ihrer Familie bei der Eröffnung vor Ort. Ich bin dieses Jahr das erste Mal vor Ort und schon sehr gespannt. Ich werde euch hier mit Bildern auf dem Laufenden halten. Die Tickets sind nicht gerade billig, mal sehen ob sie ihr Geld wert sind 😉

Chelsea in Bloom

Zeitgleich zur Chelsea Flower Show gibt es die Parallelveranstaltung Chelsea in Bloom. Die Lokale, Restaurants und Hotels vor Ort schmücken sich nach einem vorher festgelegten Motto und hoffen auf die Prämierung der besten Deko. Schön und bunt für alle, die nicht zur Flower Show gehen, aber dennoch Blütenarrangements sehen wollen.

Londons royale Gärten

Natürlich dürfen auch die königlichen Gärten in diesem Post nicht fehlen. Und von denen gibt es tatsächlich eine ganze Reihe. Wie gut, dass die fast immer für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

  • Royal Kew Gardens haben wir uns bei den kostenpflichtigen Gärten schon genauer angesehen. Der botanische Garten ist ein toller Ort für einen Tagesausflug.
  • Der Garten des Buckingham Palace ist nur dann geöffnet, wenn im Sommer auch der Palast zur Besichtigung offensteht. Dann ist die königliche Familie nicht vor Ort und die Touris wandern durch die Gemächer und im Anschluss auch durch den Garten.
  • Die Grenze zwischen Hyde Park und dem Kensington Garden ist fließend. In dieser Grünanlage ist wirklich viel los, denn hier befinden sich der Kensington Palace, das Albert Memorial, die Serpentine Galleries, der Diana Playground mit der Elfin Oak und auch die Peter Pan Statue.
  • Der Rose Garden befindet sich im Süd-Osten des Hyde Park und ist ein kleiner separater Bereich mit einem Fokus auf schönen und teilweise sehr intensiv duftenden Rosen.
  • Ein weiterer kleiner Gartenbereich im Hyde Park ist der Italian Garden nahe der Lancaster Gate Station. Man glaubt, dass ihn Prinz Albert seiner Queen Victoria schenkte. Zwischen 4 Becken mit Fontänen steht ein kleines Pump-Haus, von dem aus die Fontänen mit Dampfturbinen betrieben wurden.
  • Auch der große Garden des Hampton Court Palace lohnt sich, den neben großen Grünflächen befindet sich hier auch der älteste erhaltene Irrgarten in ganz UK und der größte Weinstock der Welt, der zudem auch noch 250 Jahre alt ist.

Oft ist der Übergang zwischen Garten und Park fließend und gerade die royalen Parks beinhalten beides. Eine Übersicht der insgesamt 8 royalen Grünanlagen findest du auf der Webseite Royal Parks.

Roof Top Gardens

Ich bin großer Fan von Aussichtsplattformen und London von oben bewundern. Das geht natürlich ganz wunderbar von einem der Rooftop Gärten. Die sind oft mehr als nur Gärten, bieten Essen und Trinken mit an und immer schöne Ausblicke auf die Stadt.

  • Der Queen Elizabeth Hall Roof Garden gehört zum Southbank Centre.
  • Der Sky Garden ist schon ein Klassiker, wobei sich beim ihm immer noch gestritten wird, ob er ein wirklicher Garten ist. Immerhin gibt es nur ein paar wenige Beete auf Terrassen und das war vor dem Bau anders abgesprochen. Wenn du jetzt neugierig bist, lies gerne im passenden Post über den Sky Garden weiter.
  • Der Garden @ 120 in der City of London ist der Neuzugang und schon einer meiner Lieblinge. Kostenlos und mit 360 Grad Blicke auf The Gherkin, den Sky Garden und sogar den Tower of London.

Der Kensington Roof Gardens hat wohl derzeit keinen Betreiber und ist geschlossen (Stand Mai 2019).

Die Geheimtipps

Die folgenden Gärten sind noch kleine Geheimtipps. Ich mag sie sehr, weil sie nicht so perfekt aufgeräumt sind. Eher alternativer, wilder und unfertiger. In beiden gibt es außerdem Kunstwerke von bekannten Street Art Künstlern- Noch ein Grund mehr, diese Orte zu lieben.

Nomadic Community Garden

Der Nomadic Community Garden liegt im Osten der Stadt nahe der Brick Lane. Hier findest du regelmäßig neue Arten von bekannten und unbekannten Street Art Künstlern, verrückte Blumenbeete, ein Mini-Cafe und eine extrem entspannte Atmospähre.

Dalston Eastern Curve Gardens

Im Dalston Eastern Curve Gardens geht es ähnlich zu, wie im Nomadic Community Garden, aber hier ist es eindeutig familienorientierter.

Welcher schöne Garten fehlt noch? Hinterlasse gerne einen Kommentar, damit ich weitere Grünanlagen entdecken kann.