Last Updated on 29. Juli 2024
Greenwich ist eine ganz besondere Gegend in London. Hier schlägt das maritime Herz, es gibt historische Gebäude, eine tolle Aussicht auf London, den Null-Meridian, den Tee-Clipper Cutty Sark und viele andere Besonderheiten. Irgendwie ticken die Uhren hier langsamer und ein Besuch mit nichts anderem in London vergleichbar. Was du vor Ort nicht verpassen darfst, das zeigt dir dieser Post.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Greenwich
Das Old Naval Royal College
Das Old Naval Royal College ist ein geschichtsträchtiger Ort. Gegründet wurde es 1692 als Greenwich Hospital, in dem alte und verwundete Seeleute der Royal Navy ihr Zuhause fanden. Es folgte eine Nutzung als Galerie für maritime Kunst, eine Ausbildungsstätte für zukünftige Seeleute (1873-1998) und heute ist hier die University of Greenwich untergebracht, u.a. mit dem Trinity College of Music.
Besonders erwähnenswert ist hier die Painted Hall, der ehemalige Speisesaal der Seefahrer. Fast 20 Jahre lang hat Sir James Thornhill an den Gemälden in der „bemalten Halle“ gearbeitet und schnell entwickelte die sich als Publikumsmagnet. Nach aufwändiger Restaurierung (2017-2019) erstrahlen die Decke und Wände in neuem Glanz und laden zum Bestauen ein.
Was es noch alles im Gebäude zu entdecken gibt sowie Fotos der unfassbaren Wände bzw. Decke findest du im passenden Post „Das Old Royal Naval College„.
- Unglaublich, dass dieser Raum „nur“ als Speisesaal geplant war
- In der Painted Hall
Auch mega atmosphärisch: Die Säulengänge neben dem Gebäude.
- Säulengänge zurück in eine vergangene Zeit
Queens House
Das Queen’s House ist ein bedeutendes architektonisches und historisches Wahrzeichen. Es wurde von dem berühmten Architekten Inigo Jones entworfen und gilt als eines der ersten Beispiele palladianischer Architektur in England. Dieser Stil zeichnet sich durch klare Linien, Symmetrie und die Verwendung klassischer Elemente wie Säulen und Pilaster aus . Dieser Stil war inspiriert von der Architektur des italienischen Renaissance-Architekten Andrea Palladio.
Bauherrin des Queen’s House war Queen Anne von Dänemark. Jones erbaute das Gebäude zwischen 1616 und 1635 für die Gemahlin von König James I. Allerdings verstarb Anne vor der Fertigstellung.
Das Gebäude diente im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Zwecken, darunter als königliche Residenz, Seekadettenakademie und sogar als Teil des National Maritime Museum.
Besonderheiten im Queen’s House
- Das Herzstück des Hauses ist die Great Hall (die große Halle), die mich jedes Mal wieder mit dem geometrisch gemusterten Marmorboden begeistert. Auch das doppelte Kreuzgewölbe sowie die Verzierungen an der Decke in Form von goldenen Blättern (die Arbeit von Richard Wright) sind großartig.
- Die Tulip Staircase ist die erste freitragende Wendeltreppe in England. Die blauen Tulpenmotive im Geländern sowie die symmetrischen Blicke, wenn du die Treppen emporschaust, machen diesen Ort zu meinem Liebsten im Queen’s House.
- Das Queen’s House beherbergt eine beeindruckende Kunstsammlung mit Werken bekannter Künstler, darunter Porträts von König Charles I. und seiner Familie, gemalt von Sir Anthony van Dyck, sowie Werke von Canaletto und anderen bedeutenden Künstlern. Und auch drei Gemälde von Queen Elizabeth I, eins davon wurde vor Jahren via Crowdfunding gesichert, da der Verkauf ins Ausland angedroht wurde. Ich bin jedes Mal stolz, dass damals meine Spende auch dazu beigetragen hat, dass das Bild in London bleibt und allen zugänglich ist und nicht in der Schatzkammer eines Reichen verschwunden ist.
Aktuelle Infos über das Queen’s House findet du auf der passenden Webseite. Der Eintritt ist kostenlos.
- Das Queen’s House in Greenwich
- Der Boden in der Great Hall
- Tulip Staircase
Das Royal Observatory und der Nullmeridian
Das Royal Observatory ist ein historisches Observatorium und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Es spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte der Astronomie und der Navigation. Das Observatorium liegt auf einem Hügel im Greenwich Park und bietet einen spektakulären Blick auf die Stadt und die Themse. Die Wahl des Standorts war strategisch, um einen ungehinderten Blick auf den Himmel zu gewährleisten.
Das Royal Observatory wurde 1675 von König Charles II. gegründet. Es wurde ursprünglich errichtet, um die Navigation auf See zu verbessern, indem genaue Sternenkarten und Zeitmessungen erstellt wurden. Der erste Astronomer Royal, John Flamsteed, wurde beauftragt, die Positionen von Sternen genau zu bestimmen, um die Navigation und die Bestimmung der geographischen Längen zu unterstützen.
Der Nullmeridian & die Greenwich Mean Time (GMT):
Der Nullmeridian, auch bekannt als der Greenwich-Meridian, ist die Linie mit dem Längengrad 0°. Er dient als Ausgangspunkt für die geographische Längengradmessung und die Zeitzonen weltweit. 1884 wurde auf der Internationalen Meridiankonferenz in Washington D.C. der Greenwich-Meridian als der Nullmeridian der Welt anerkannt. Dies standardisierte die Zeitmessung und die geographischen Koordinaten.
Der Nullmeridian ist auch die Grundlage für Greenwich Mean Time (GMT), die ursprüngliche weltweite Zeitreferenz. Heute wird GMT oft durch Coordinated Universal Time (UTC) ersetzt, aber GMT bleibt als historische Zeitreferenz von Bedeutung.
Bei deinem Besuch kannst du sogar auf dem Nullmeridian stehen bzw. mit je einem Bein in einer Zeitzone stehen.
- Über den Zeiten stehen
Die rote Kugel am Greenwich Observatory
Auf dem Dach des Flamsteed House – dem ältesten Teil des Observatoriums – wurde 1833 ein roter Zeitball installiert. Der war eines der frühesten öffentlichen Zeitzeichen und funktioniert wie folgt. Der Zeitball wird jeden Tag um 12:55 Uhr auf die halbe Strecke hochgezogen, um 12:58 Uhr erreicht er den höchsten Punkt der Stange und fällt genau um 13:00 Uhr wieder herunter. Dies ermöglichte Schiffen auf der Themse und Menschen in der Umgebung, ihre Uhren präzise zu stellen. Das Spektakel ist heute immer noch im Einsatz und kann während deines Besuchs angesehen werden.
Weitere Besonderheiten im Royal Observatory
- Das Flamsteed House: Dies ist der älteste Teil des Observatoriums und wurde von Sir Christopher Wren entworfen. Es beherbergt heute das Astronomie Museum und historische Instrumente.
- Das Peter Harrison Planetarium: Ein moderner Anbau, der Besucher mit beeindruckenden Shows und Ausstellungen über das Universum und die Astronomie begeistert.
Buchung der Tickets und Infos zu aktuellen Ausstellungen auf der Webseite des Royal Observatory.
- Der rote Zeitball
Greenwich Park
Greenwich Park ist einer der Royal Parks und mit über 70 Hektar der größte geschlossene unter den insgesamt acht Royal Parks. Früher als Jagdgrund genutzt, ist er heute die grüne Lunge zwischen den maritimen Gebäuden und dem Royal Observatory. Der Weg hinauf zum Observatorium hält wunderschöne Ausblicke auf Queen’s House und das dahinterliegende Canary Wharf bereit.
Im Park selber gibt es viel zu entdecken: ein versunkenes Bad, ein uralter Baum, Statuen und Pflanzen. Mit dem laufenden „Greenwich Park Revealed“ Programm wird gerade viel Zeit und Geld investiert, um den Park zu renovieren, damit die Artenvielfalt gesichert und historische Baumalleen und Wiesen wieder hergestellt werden können. Insgesamt 8 Millionen £ werden in den nächsten Jahren investiert.
Regelmäßig finden Events im Park statt, daher empfiehlt es sich, den Event Kalender auf der Webseite des Greenwich Park im Auge zu behalten.
- Greenwich und Canary Wharf vom Greenwich Park
Greenwich Market
Der Greenwich Market ist ein überdachter Markt mit diversen Ständen, die umgeben sind von festen Shops. Unter den Händlern findest du vor allem Kunst, Selbstgemachtes, Schmuck und Klamotten. Nicht zu vergessen die vielen Essensstände. An ausgewählten Tagen sind auch Antikhändler vor Ort.
Das war nicht immer so. Als der Markt 1737 eröffnete, wurden hier fast nur Fleisch verkauft. Die Mieteinnahmen durch die Händler kamen dem Greenwich Hospital zugute. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm der Verkauf von Lebensmitteln und Pflanzen jedoch weiter ab. Der Markt stand vor dem Aus. Erst in den 1980ern brachte die Veränderung hin zu einem Kunsthandwerkermarkt (angelehnt an den Erfolg eines solchen Marktes in Camden) den Wandel.
Der Markt hat täglich ab 10 Uhr geöffnet, aktuelle Events findest du auf der Webseite des Greenwich Market. Der Markt ist übrigens der einzige Markt, der sich innerhalb eines Weltkulturerbes befindest. Mehr zu diesem Thema weiter unten im Post.
- Einer der Eingänge zum Greenwich Market
Museen in Greenwich
Die folgenden Museen ergänzen das Angebot der historischen Sehenswürdigkeiten.
Der Tee-Clipper Cutty Sark
Die Cutty Sark ist ein Segelschiff, das seit 1954 in einem Trockendock in Greenwich liegt. Einst war sie das schnellste Segelschiff der Welt und brachte Tee und Gewürze nach London.
Heute kannst du am Oberdeck am Steuerrad stehen, die Kabinen besichtigen, viel über die Geschichte des Schiffes lernen und seit April 2022 sogar den Mast erklettern. Eine sehr coole und aufregende Art, Greenwich von oben zu entdecken.
Ich mag besonders, dass das Schiff so installiert wurde, dass unter dem Rumpf Platz für ein Café und jede Menge Gallionsfiguren ist. Denn hier befindet sich die weltgrößte Sammlung.
Infos zu aktuellen Events und die Buchung der kostenpflichtigen Tickets erfolgen auf der Webseite der Cutty Sark.
- Unter der Cutty Sark ist weiterer Ausstellungsraum und ein Café
Das Fan Museum
Fan bedeutet Fächer und damit ist das Thema des kleinen Museums auch klar, oder? Hier dreht sich alles um Handfächer, deren Geschichte und Entwicklung. Es ist das einzige Museum seiner Art weltweit.
Der Grundstock der Sammlung sind über 2000 Fächer der Hélène Alexander Collection. Durch Geschenke und Zukäufe wurde diese konstant ergänzt, so dass dem Museum heute über 4000 Exemplare gehören. Nicht immer sind alle gleichzeitig sichtbar. In der Dauerausstellung erfährt man alles über Geschichte und die Herstellung von Fächern, in der wechselnden Themenausstellung wird immer ein Thema in den Vordergrund gestellt.
Früher gab es in der dazugehörigen Orangery einen Afternoon Tea, der wurde jedoch 2021 eingestellt und auch ein Zutritt zum Garten ist für die Öffentlichkeit bzw. die Besucher des Museums nicht mehr möglich.
Alles Wichtige für deinen Besuch auf der Webseite des Fan Museums.
Das National Maritime Museum
Die schon oben erwähnte Painted Hall war einige Zeit ein Museum für maritime Kunst. 1936 wurden die Gemälde dann aber ins neue National Maritime Museum gebracht. Das Museum liegt in der Nachbarschaft und gilt heute als größtes Museum für maritime Gegenstände und Schifffahrtsgeschichte.
Neben einer umfangreichen Dauerausstellung, u.a. mit Dokumenten, Gallionsfiguren, Gemälden, Schiffsmodellen, Uniformen…gibt es immer wieder Themenausstellungen. Eine separate Zone, in der sich die Kinder austoben können (die AHOY, Childen’s Gallery), rundet das Angebot ab.
Das Museum ist grundsätzlich kostenlos, aber für Themenausstellungen wird Eintritt verlangt.
Mehr Details und aktuelle Events und Ausstellungen findest du auf der Webseite des National Maritime Museums.
Greenwich’s besondere Gebäude
Admiral’s House
Das Admiral’s House wurde 1660 auf Wunsch von Charles II errichtet und war lange Zeit Wohnsitz des jeweiligen „Governor of Greenwich Hospital“. Deren Namen kannst du immer noch in der Eingangshalle auf Holztafeln sehen.
Heute gehört das historische Gebäude zur University of Greenwich. Es ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Räume können jedoch für private Meetings und Feiern gemietet werden. Zu den Open House Tagen kannst du Glück haben und Zutritt bekommen.
Im Oktober 2021 war ich zum Afternoon Tea vor Ort und konnte die historischen Räume und vor allem den Schachbrettboden im Eingangsbereich bewundern. Man erklärte mir, dass der große Holztisch im Treppenhaus der Tisch ist, auf dem die Leiche von Admiral Nelson aufgebahrt war. Ich finde jedoch keine Quelle, die diese Aussage bestätigt.
- Der Eingangsbereich im Admiral House
Ranger’s House
Wer die Netflix Serie Bridgerton gesehen hat, dem wird das Ranger’s House sehr bekannt vorkommen. Denn die georgianische Stadtvilla ist darin die Residenz der Familie in London.
Das Haus wird von „English Heritage“ betreut und beinhaltet heute die „Wernher Collection“ eine Sammlung, die auf den Geschäftsmann Sir Julius Wernher zurückgeht. Alle Infos zur Ausstellung und den Öffnungszeiten findest du auf der Webseite des Ranger’s House.
- Das Ranger’s House
Greenwich Foot Tunnel
Der Greenwich Foot Tunnel ist wirklich ein besonderes Gebäude bzw. Tunnel, denn durch den kannst du unter der Themse hindurchlaufen. Eröffnet am 04. August 1902 verbindet er Greenwich mit dem anderen Ufer. Über ein paar Treppen geht es hinunter und dann in knapp 10 Minuten in einer gekachelten Röhre unter dem Fluss entlang. Ein- und Ausstieg ist auf beiden beiden in einem Rundbau aus roten Backsteinen. Es gibt auch auf jeder Seite einen Lift.
- In den roten Backsteingebäude geht es hinab in den Tunnel
- Am Anfang noch Stahlelemente…
- … später dann nur noch weiße Kacheln
Das Trinity Hospital
Das Gelände des Trinity Hospital befindet sich zwischen der Greenwich Power Station und dem Old Naval Royal College. Es wurde als almshouse (Armenhaus) errichtet, um bedürftigen Seeleuten und ihren Familien, insbesondere den Älteren und Bedürftigen, Unterkunft, Unterstützung und eine Gemeinschaft zu bieten.
Das Trinity Hospital steht in enger Verbindung zur Corporation of Trinity House, einer Organisation, die sich um die Sicherheit der Seefahrt kümmert, Leuchttürme betreibt und sich für die Unterstützung bedürftiger Seeleute einsetzt.
Das Gebäude ist seit 1951 denkmalgeschützt.
- Trinity Hospital
Greenwich Tourist Info
Die Touristeninformation Greenwich empfehle ich unbedingt, auch wenn du keine Infos im klassischen Sinne benötigst. Denn hier gibt es erste Ausgrabungsfunde, Replika von den Zimmern der pensionierten Seefahrer aus dem Old Naval Royal College, Infos über Lord Nelson und eine Übersicht über die Filme, die in Greenwich gedreht wurden.
Hier befindet sich eine Gepäckabgabe und ein Souvenirshop, öffentliche Toiletten und die Möglichkeit eine der vielen geführten Touren für Greenwich zu buchen. Darüber hinaus sind die Mitarbeiter:innen sehr hilfsbereit.
Die Chapel of St Peter and St Paul
Die Kapelle war der letzte Teil des Royal Hospital für Seeleute der erbaut wurde. Sie wurde 1751 vollendet. Das Design stammte von Sir Christopher Wren. Jeder der Greenwich Pensioners musste hier täglich zum Gottesdienst erscheinen.
Am 2. Januar 1779 brach um 6 Uhr morgens ein fatales Feuer aus und ließ nur eine Hülle der ursprünglichen Kapelle zurück.
1781 wurde James „Athenian“ Stuart, ein Sachverständiger im Royal Hospital, mit dem Neudesign beauftragt. Seine Begeisterung für die Architektur Athens lässt sich nicht nur an seinem Spitznamen, sondern auch am Design der Kapelle erkennen. Die baute er nämlich im „Greek Revival“ Stil wieder auf (Zeichen dafür sind z.B. die korinthischen Säulen, die an jedem Ende der Kapelle stehen).
In den 1950er wurde umfangreich restauriert und so erstrahlt die Kapelle heute wieder wie damals als James Stuart und sein Team am Werke waren. Sie ist nach wie vor ein aktiver Ort des Glaubens, in dem regelmäßige Gottesdienste stattfinden. Es kann daher sein, dass sie nicht durchgängig für touristische Besuche offen ist.
Wenn du die Kapelle besuchst, verpasse nicht die wunderschöne Orgel, die vom damaligen Meister-Orgelbauer, Samuel Green, geschaffen wurden. Im Eingangsbereich befindet sich außerdem ein Memorial an Sir John Franklin und die Crews der Schiffe HMS Erebus und Terror, die ihre Leben verloren, als sie 1845 vergeblich versuchten die Nordwest Passage zu durchsegeln und kartografisch zu erfassen.
Besondere Empfehlung: Seit ein paar Monaten kann man in einer Kleingruppe von 6 Personen in die Kuppel der Kapelle aufsteigen. Die Secret Dome Tours sind nicht für jeden, da man viele Treppen steigen muss und die Tour ist auch etwas kostspieliger, aber ich fand es ganz großartig, an diesem Ort zu sein.
- Innen in der Chapel of St Peter and St Paul
- Der Ausblick bei der Secret Dome Tour
- Im Wren Dome
Kurioses und Skurriles in Greenwich
Der Monty Python Papagei
Im Garten des Devonport House Hotels nahe dem National Maritime Museum liegt ein weißer, toter Papagei auf einem Sockel. Das „Monument for a dead parrot“ stammt vom Künslter Jon Reardon und befindet sich seit 2009 an der genannten Stelle. Inspiration war der Monty Python Sketch „Dead Parrot“. Den ca. 4 Minuten langen Clip kannst du bei Youtube ansehen. Es fällt auf, dass im Film ein „Norwegian Blue“ die Hauptrolle spielt, das Kunstwerk jedoch einen weißen Vogel mit gelben Kopffedern zeigt. Doch auch bei dem ist schnell klar, dass er nicht „resting“, sondern wirklich tot ist.
- Monty Python Parrot
Queen Caroline’s Bath
Im Greenwich Park befindet sich eine kleine Sensation. Das ehemalige Badezimmer von Queen Caroline.
Nahe der ehemaligen Außenmauer des (nicht mehr stehenden) Montague House finden sich hinter einer dicken Hecke verborgen die Überreste des Badehauses von Queen Caroline. Badehäuser waren der letzte Schrei in der Georgian Zeit, hier traf man sich, um unterhalten zu werden und um einen gesunden Lebensstil zu promoten.
Caroline of Brunswick (1768-1821) war die Frau des späteren King George IV. Das Paar lebte jedoch sehr unabhängig von einander und Caroline verbrachte viele Jahre im Montague House, wo als begeisterte Gärtnerin ihre Zeit verbrachte.
Die Ausgrabungen des verlorenen Bads fanden 2001 als ein „Millennium Project“ statt. Heute erkennt man noch das Badebecken, die Treppen, die hinabführen und sogar noch einige Kacheln an den Wänden. Der Bereich ist durch Hecke und Eisenzaun gesichert, d.h. man das Becken nicht betreten.
- Versteckt hinter dieser Hecke…
- …liegen die wenigen Reste des ehemaligen Badezimmers
Queen Elizabeth’s Oak
Queen Elizabeth’s Oak ist ein historischer Baum bzw. eher die Reste eines umgestürzten Baums im Greenwich Park. Der Baum wird auf ein Alter von über 800 Jahren geschätzt. Er soll aus der Zeit von William dem Eroberer stammen, was ihn zu einem der ältesten Bäume in London macht. Es handelt sich um eine englische Eiche (Quercus robur), eine Baumart, die in Großbritannien heimisch ist und oft mit Langlebigkeit und Stärke assoziiert wird. Doch was macht einen Baumrest so besonders? Der Baum ist nach Königin Elizabeth I. benannt. Der Legende nach soll sie oft unter dieser Eiche geruht und Picknicks abgehalten haben. Es wird auch berichtet, dass ihr Vater, Heinrich VIII., und seine zweite Ehefrau Anne Boleyn hier Zeit verbracht haben sollen.
Im 19. Jahrhundert begann der Baum zu verfallen, und in den 1990er Jahren war er so stark beschädigt, dass er schließlich umfiel. Trotzdem wurde der Baumstumpf sorgfältig erhalten und liegt nun auf dem Boden, wo er als historisches Relikt betrachtet werden kann.
Wenn du einen Spaziergang im Greenwich Park einplanst, dann schau dir den Baumstumpf doch an. Er ist eingezäunt und trägt eine passende Plakette. Extra dafür hinlaufen würde ich nicht.
- Die historische Eiche bzw. deren Stumpf
A Thames Tale von Amanda Hinge
„A Thames Tale“ von Amanda Hinge ist eine Skulptur aus mehreren Einzelteilen, die sich an einer Wand am Ufer der Themse nahe des Trinity Hospitals befindet. In mehreren Stationen folgen wir dem Jungen Stan und seinem Hund. Die Bedeutung der Arbeit ist nicht eindeutig geklärt, zumal die Künstlerin keine öffentlichen Infos bereitgestellt hat.
- „A Thames Tale“ von Amanda Hinge
- Details mit Hund
Die Skittle Alley
Unterhalb der Painted Hall befindet sich ein schmaler Gang, der in einem Gewölberaum endet, in dem sich einst die Krankenstation des Greenwich Hospitals befand. Hier wurden viele Amputationen vorgenommen, da von hier die Schreie der Seefahrer keinen störten. Als man den Krankenbereich verlegte, entstand hier Platz für eine Kegelbahn, die Skittle Alley.
Denn die vielen Rentner langweilten sich, Rauchen und Bier trinken waren die einzigen Ablenkungen. Da sie alle nicht lesen oder schreiben konnten, war die ursprünglich angedachte Bücherei keine gute Idee.
Die Bewohner setzten sich daher für die Kegelbahn ein, die sich ab 1864 hier befand. Bei der Ausstattung werden Gegenstände verwendet, die den Seefahrern nur zu bekannt waren. Die Kugeln sind ehemalige Übungs-Kanonenkugeln, die Kegel sind ehemalige „belaying pin“, an denen man die Seile des Schiffes befestigen konnte.
Auch heute noch kann auf der Bahn gespielt werden. Wenn du Lust hast, sprich jemanden vom Personal an.
- Kegelbahn unten in der Painted Hall
Message in a bottle – das riesige Buddelschiff
Vor dem National Maritime Museum steht ein übergroßes Buddelschiff. „Message in a bottle“ stammt von Yinka Shonibare und war zwischen 2010 und 2012 auf der 4th Plinth am Trafalgar Square aufgestellt. Es zeigt das Schiff von Admiral Nelson, die HMS Victory.
- Message in a Bottle
Die Statue von Zar Peter
Peter I., bekannt als Peter der Große, war Zar von Russland von 1682 bis 1725. Er ist bekannt für seine umfangreichen Reformen, die Russland modernisierten und das Land zu einer bedeutenden europäischen Macht machten. Er besuchte England im Jahr 1698, um sich über den Schiffbau und andere moderne Technologien zu informieren. Damals verbrachte er viel Zeit in der Gegend von Deptford und Greenwich, um die dortigen Werften und Marineeinrichtungen zu besichtigten. Er reiste in Begleitung mehrerer kleinwüchsiger Diener.
Die Statue wurde 2000 von Russland an Großbritannien als Zeichen der Freundschaft und zur Erinnerung an den Besuch Peters des Großen gestiftet. Sie stammt vom russischen Bildhauer Mihail Chemiakin, der für seine modernen und oft surrealen Skulpturen bekannt ist. Sie zeigt Peter I in der Kleidung des 17. Jahrhunderts mit langem Mantel und Dreispitzhut, in seinen Händen hält er eine Pfeife und ein Teleskop. Auffällig der zu kleine Kopf. Neben ihm stehen eine Kanone, ein Thron und einer der kleinwüchsigen Begleiter.
Die Statue steht in der Glaisher Road.
- Zar Peter I als Statue
Das Tunnelbohrstück in der DLR Station
Für alle Tube Nerds könnte das Tunnelbohrstück, das sich in der DLR Station „Cutty Sark“ befindet spannend sein. Die Docklands Light Railway (DLR) wurde 1987 eröffnet und ist das öffentliche Verkehrsmittel, das die Docklands und andere Teile von Ost-London mit der Innenstadt verbindet. Das ausgestellte Bohrstück wurde bei den Arbeiten für die DLR-Erweiterung durch Greenwich eingesetzt.
- Das Tunnelbohrstück in der DLR Station Cutty Sark
UNESCO Kulturerbe Greenwich
Das Maritime London ist einer von vier UNESCO Orten in London. 1997 wurden u.a. die architektonischen Fähigkeiten von Sir Christopher Wren gewürdigt. Wenn du mehr über die anderen Orte in London wissen möchtest, findest du im Post „UNESCO Weltkulturerbe in London“ weitere Infos.
Wie kommst du nach Greenwich?
Ins maritime Herz von London kannst auf unterschiedlichem Weg gelangen.
- Mit der DLR (es gibt zwei Station Greenwich und Cutty Sark, letztere bringt dich direkt rein ins Getümmel)
- Mit dem Boot (die Uber Boots bringen dich in ca. 20 Minuten vom Tower of London hierher)
- Mit dem Zug (die Greenwich Station ist in 10 Minuten von London Bridge Station oder 15 Minuten von Cannon Street zu erreichen)
Wie spricht man Greenwich richtig aus?
Greenwich ist – wie so einige andere Orte in London – ein Ort, der nicht wörtlich ausgesprochen wird. Es geht hier also nicht um grüne Hexen (green witch), sondern es wird eher wie ein „Grännitsch“ ausgesprochen.
Ich hoffe dieser ausführliche Post hat die Vorfreude auf deinen Besuch gesteigert. Welche Attraktion wirst du dir auf jeden Fall ansehen?
Ps: Ein Update mit den besten Pubs folgt in Kürze, denn davon hat Greenwich auch genügend.































