London ist voller Kunstausstellungen und -installationen und ab Sommer 2019 öffnet eine Outdoor Kunstgalerie der besonderen Art. An vier Brücken in Zentral London wird eine besondere Beleuchtung angebracht, die die Themse und das Ufer zum Leuchten bringt – willkommen zum Illuminated River.

Illuminated River – was ist das überhaupt?

  • Illuminated River ist eine öffentliche Kunstinstallation an Londons Brücken, die im Sommer 2019 eröffnet wird
  • Im Januar 2019 wurde mit den Arbeiten begonnen, im Sommer 2019 werden die ersten vier Brücken (London Bridge, Cannon Street, Southwark und Millenium Bridge in Betrieb genommen.
  • Der weitere Ausbau erfolgt in Phasen, 2022 werden 15 Brücken in Zentral London Teil des Kunstwerkes sein
  • Ziel: alle Brücken in ein großes Kunstwerk vereinen, sie stehen stellvertretend für die Verbindung zwischen Nord und Süd-Londons
  • Die Ausstellung wird für 10 Jahre bleiben

Wer steckt hinter den beleuchteten Brücken?

  • Hinter der Illuminated River Installation stecken der amerikanische Künstler Leo Villareal und die britischen Architekten Lifschutz Davidson Sandilands
  • Das Team konnte sich in der „The Illuminated River International Design Competition“ gegen 105 andere internationale Teams durchsetzen und wurde Ende 2016 vom Londoner Bürgermeister Sadiq Khan als Gewinner gekürt.
  • Das gesamte Projekt ist philanthropisch finanziert, die großen Geldgeber sind die Rothschild Foundation, Arcadia (Lisbeth Rausing & Peter Baldwin) sowie die Blavatnik Family Foundation
  • An der Umsetzung sind mehr als 50 Organisationen aus ganz London beteiligt. Insgesamt 29 Baugenehmigungen und 18 Zustimmungen für die Umsetzung an denkmalgeschützten Gebäuden wurden erteilt

Was ist so besonders an Illuminated River?

  • Mit der geplanten Fertigstellung 2022 wird Illuminated River das längste öffentliche Kunstwerk weltweit sein und zwar mit 2,5 Meilen (ca. 3 km) sowie 4,5 Meilen Seemeilen
  • Mit knalligen Farben und wechselnden Farbtönen versucht Künstler Leo Villareal Gemälde der Themse durch die Impressionisten bzw. Künstler der Romantik nachzubilden. Er möchte die Identität der einzelnen Brücken herausholen und die Architektur und Baukunst ehren.
  • Illuminated River wird mit LED’s und einer speziellen Software betrieben, die Leo Villareal entwickelt hat.
    Eine der Möglichkeiten, die das Projekt bietet, besteht darin, Fragen der zunehmenden Lichtverschmutzung und des Energieverbrauchs in der Stadt anzugehen. Viele der Brücken verfügen über eine Halogen- und Halogenidbeleuchtung, die aktualisiert werden muss, weil sie energieineffizient ist und eine hohe Lichtverschmutzung verursacht. Einige Brücken haben im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Beleuchtungselementen angesammelt, von denen einige Blendung und Lichtstreuung in den Fluss verursachen. Das kann sehr schädlich für die Flusswelt und störend für die Fischbestände sein. Die Albert Bridge zum Beispiel wirft derzeit so viel Licht aus wie eine Autobahn.  Durch den Einsatz modernster LED-Technologie hat das Projekt das Potenzial, den bestehenden Energieverbrauch um bis zu 50% und den direkten Lichteinfall um 75% zu reduzieren.
  • Der Fluss soll einladender werden und die Menschen ermutigen, öfter mal auf bzw. entlang der Themse zu reisen.

Die ersten beleuchteten Brücken sind…

Und so soll es aussehen:

Die Themse – Fakten und Skurriles

Dieser Post wäre nicht komplett, wenn wir nicht auch über die Haupteurin, die Themse sprechen würden. Hier kommen ein paar wichtige und lustige Fakten:

  • Im Englischen wird der Fluß als Father Thames bezeichnet. Die Kollegen vom Londonist haben einen tollen Post mit mehr Infos über ihn.
  • Die erste Brücke über die Themse wurde den Römern gebaut.
  • Die Themse hat in Oxford einen anderen Namen und zwar Isis.
  • Jedes Jahr findet auf der Themse die Henley Royal Regatta statt. Erstmalig 1839 und seitdem jährlich (mit Ausnahme der beiden Weltkriege)
  • 33 Brücken führen im Londoner Großraum über den Fluss.
  • Die östlichste Brücke über die Themse ist die Queen Elizabeth II Brücke in Dartford
  • 26 Tunnel führen unter der Themse hindurch, davon viele für den Zugverkehr. Einige kannst du aber als Fußgänger nutzen und unter dem Fluss hindurch laufen. Das geht z.B. vom Island Gardens rüber zur Cutty Sark in Greenwich.
  • Die Themse mündet in die Nordsee.
  • Der Fluss ist 346 km lang und davon sind 160 km von Ebbe und Flut reguliert. Diesen Abschnitt (der u.a. durch London geht) wird als The Tideway bezeichnet. Durch den Gezeitenwechsel ist ein Wasserunterschied von bis zu 7 m möglich.
  • Um Überschwemmungen von London durch die Gezeiten zu vermeiden, wurden in den 1980ern in Woolwich die Thames Barriers errichtet. Die kann man auch besichtigen.
  • Bei Ebbe kommt so mancher Schatz an die Oberfläche und ruft die Mudlarks hervor. So verlockend die Vorstellung ist, dass man alte Münzen, Schmuck oder andere Gegenstände finden kann, es gibt strenge Regeln, wer die Themse absuchen darf. Alle Infos findest du im passenden Post übers Mudlarking.
  • In der Themse leben Seepferdchen.
  • Und noch 125 andere Sorten Fisch.
  • Im Sommer 1977 gaben die Sex Pistols ein Konzert während sie auf der Themse entlang schipperten
  • Ab dem 16 Jahrhundert war es immer mal wieder richtig kalt. So kalt, dass die Themse komplett zufror. Die Bewohner veranstalteten dann sogenannte Frost Fairs auf dem Fluss. Man stärkte sich mit Essen und warmem Gin, fuhr Schlittschuh und führte sogar einen Elefanten auf die andere Uferseite.

Was hältst von der Idee der beleuchteten Brücken in London? Siehst du es dir an? Freust du dich auf weitere Brücken? Erzähl mal in den Kommentaren unter diesem Post

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