Zu den Pride Feierlichkeiten ist London noch bunter und lauter als sonst. Regenbögen schmücken schon seit Tagen das gesamte Stadtbild. Der Höhepunkt ist die Pride Parade durch die Londoner Innenstadt am Samstag, in der die LGBT+ Community sich, das Leben und die Liebe feiert. Denn jede Liebe ist kostbar und es ist egal, wer wen liebt und warum. Hauptsache jeder ist glücklich. Happy CSD bzw. Pride!

Die Pride bzw. CSD Bewegung – was ist das noch mal genau?

Wer vom Begriff Pride zwar schon mal was gehört hat, aber nicht sicher ist, ob man noch alles im Kopf hat – hier kommt eine Zusammenfassung. Pride ist Englisch und besteht für Stolz. Es ist ein Begriff, der aus der Lesben- und Schwulenbewegung stammt. Es geht um den selbstbewussten und stolzen Umgang mit dem eigenen Körper und der sexuellen Identität. Jede/r schaut anders aus, ist anders gebaut, tickt anders, liebt anders. Und das ist gut so. Sei stolz drauf, versteck dich nicht, mach dich nicht klein, genieße dein Leben und liebe wen du willst. Und das wird weltweit mit Paraden gefeiert.

50 Jahre Pride bzw. CSD – 50 Jahre Stonewall

Die diesjährige Pride ist so besonders, weil es das 50te Jubiläum ist. Am 28. Juni 1969 starteten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Homosexuellen und der Polizei in New York. Bei einer Razzia im Stonewall Inn in der Christopher Street sollten mehrere Männer verhaftet werden. Einige widersetzten sich der Verhaftung und man sieht die Geschehnisse heute als Startschuss der modernen Pride Bewegung an. In Deutschland übrigens als Christopher Street Day bekannt.

Die Pride Parade in London

In London findet die größte Parade in Großbritannien statt. Gerade der Bürgermeister Sadiq Khan setzt sich aktiv für die örtliche LGBT+ community (das steht für “lesbian, gay, bisexual, trans”, das + für queer, questioning, intersex, non-binary, asexual, polysexual, genderqueer und gender variant) ein.

Die Parade startet am 6. Juli ab 12 Uhr am Portland Place, geht dann über den Oxford Circus, an der Regent Street entlang zum Piccadilly Circus, über Pall Mall und Trafalgar Square zu Whitehall. Das Ende wird gegen 17.30 Uhr erwartet. Schaulustige können entlang der Strecke mitfeiern. Tanzen, Lachen, neue Menschen treffen und dann am Trafalgar Square zusammenkommen, wo eine große Bühne und diverse Stände darauf warten, dass weiter die Diversität aller Liebenden gefeiert wird. Es wird sogar einen Auftritt der Finalisten von Pride’s Got Talent geben. Zu den Ausstellern am Trafalgar Square gehören u.a. Amazon Music, Amnesty International, Budweiser und das Pride Life Magazine.

Mehr Infos zum Event findest du auf der Webseite von PrideinLondon. Und ein paar Impressionen von der Parade habe ich auch für euch. Die hat die wunderbare Denise Günther aus meiner Facebook Gruppe “London Total” für mich gemacht. Neben ihr waren auch noch andere Londonfans für diesen Post im Einsatz. Vielen Dank euch allen!

Die jetzt folgenden Fotos sind alle von Denise.

London voller Regenbögen

In London gibt es seit ein paar Tagen die ersten optischen Anzeichen auf den Pride Monat (denn der komplette Juni steht weltweit unter dem Thema von Pride):

  • Auch in diesem Jahr hat Transport for London einige der Ubahn Schilder mit bunten Versionen ersetzt. Diese befinden sich in Haggerston, Romford, Canary Wharf, Vauxhall, Southwark, Camden, Bounds Green, Hammersmith, Highbury & Islington und Vauxhall Bus Garage.
  • In den Ubahn Stationen stehen Aufsteller mit “Here in London, you’re free to love whoever you want to love and be whoever you want to be”.
  • Die Bloomberg Arcade ist mit einem großen Regenbogen Teppich ausgelegt.
  • Die Passage, die Kings Cross mit dem Granary Square und dem Coal Drops Yard verbindet, erstrahlt in Regenbogenfarben und wenn du wieder auf Straßenebene bist, kannst du auch den bunten, übergroßen Vogelkäfig nicht übersehen. Der erstrahlt allerdings immer so bunt.
  • Am Greenwich Market wurde sogar ein bunter Zebrastreifen aufgemalt.
  • Viele Museen schmücken sich in regenbogen-bunt und viele Social Media Profilfotos sind  angepasst.
  • Marble Arch ist bunt angestrahlt, die Autos der Royal Mail haben eine neue Optik bekommen und sogar Züge tragen die Aufschrift “Every Love Matters”.
  • Eine ganz besonders tolle Aktion hat der Londoner Zoo gemacht. Sie haben ihre schwulen Pinguine (ein weibliches und ein männliches Päarchen) mit einem Schild “Some penguins are gay, get over it” fotografiert.

Ausgeh-Empfehlungen für Homosexuelle

Einige meiner engsten Freunde sind homosexuell und ich habe sie nach Ausgehtipps gefragt. Die folgenden Clubs bzw. Pubs haben sie mir empfohlen:

Pubs

  • Das Kings Arms in 23 Poland Street, Soho,
  • Admiral Duncon in 54 Old Compton Street, Soho,
  • Das Duke of Wellington in 77 Wardour Street, Soho

Zum Tanzen

  • die Royal Vauxhall Raver, kurz RVT 372 in der Kennington Lane
  • der XXL Club unter den Zugbrücken der London Bridge (hier haben Frauen keinen Zutritt) befindet sich No 1 Invicta Plaza, South Bank

Leider ist das Schließen von Kneipen und Bars ein trauriger Trend in London geworden. Oft werden sie durch Pub-Ketten oder überteuerte Wohnhäuser ersetzt. Einen interessanten Post dazu habe ich beim Guardian gefunden, der beschreibt, dass gerade Locations der LGBT Community oft betroffen sind.

Queer Britain: The National LGBTQ+ Museum ab 2021

Ab 2021 wird der Geschichte und Diversität der LGBTQ+ Community ein eigenes Museum in London gewidmet: Das Queer Britiain. Um Up-to-date zu bleiben, folge dem Museum auf Facebook, Instagram oder Twitter.

Warst du zur Pride Parade in London? Wo hast du die Regenbögen überall gesehen? Hast du Ergänzungen zu den Ausgehtipps? Hinterlasse gerne einen Kommentar unter diesem Post!

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