Das Natural History Museum in South Kensington ist das Naturkundemuseum in London und zählt zu den beliebtesten Museen vor Ort. Am 14. Juli öffnete die Eingangshalle, die Hintze Hall, nach monatelangen Umbaumaßnahmen wieder für die Besucher. Das Dinosaurier-Skelett Dippy wurde durch das eines Blauwals ersetzt, der sich von der Decke zu den Besuchern schwingt.

Alles Gute Dippy – ein Dinosaurier geht auf Reisen

Wer das Natural History Museum schon einmal besucht hat, erinnert sich bestimmt an das beeindruckende Dinosaurier-Skelett, dass in der Eingangshalle stand. Dippy war eins der Highlights im Museum und nicht nur bei Kindern sehr beliebt. Das Skelett, das seit 1905 im Museum und seit 1979 in der Halle stand, wurde in den letzten Monaten abgebaut und gut verpackt, denn ab 2018 geht Dippy auf Tour durch das Vereinigte Königreich. Bis 2020 wird es in wechselnden Museen zu sehen sein.

Der neue Star im Natural History Museum – ein Blauwal

Ersetzt wurde Dippy durch den neuen Star im Museum – Hope, ein Blauwal Skelett. Doch wie kam das ins Museum nach London? Im März 1891 wurde ein weiblicher, noch nicht vollständig ausgewachsener Wal tot in Wexford Harbour, an der Küste von Irland, angespült und später im gleichen Jahr vom Natural History Museum für 250 £ gekauft. Man hatte damals überhaupt keinen Platz, so dass das Skelett erst in 1934 ausgestellt werden konnte. Seit damals war es Teil der „Cetacean“ Ausstellung. Von dort wurde der Umzug in die Hintze Hall vorgenommen.

Das Skelett wiegt 4,5 Tonnen, ist ca. 25 m lang und besteht aus über 220 Knochen, also kann man sich vorstellen, dass der Umzug mit Aufwand verbunden war. Mehrere Wissenschaftler waren zunächst damit beschäftigt, das Skelett zu reinigen und haben unfassbare 1,3 kg Staub entfernt. Anschließend wurde ausgebessert, wo das nötig war und schließlich folgte der Umzug in die Hitze Hall. Dort schwingt sich der Wal von der Decke und taucht zu den Besuchern ab. Der Anblick ist besonders beeindruckend, wenn man nahe am Skelett bzw. untendrunter steht.

Der Blauwal namens Hope

Während sich der Name Dippy noch einfach von Diplodocus ableiten lässt, hat der Name Hope eine tiefere Bedeutung. Blauwale sind die größten Lebewesen der Welt, aber das hat sie nicht davor bewahrt, vom Menschen fast ausgerottet zu werden. Das Skelett soll die Besucher an die Zerbrechlichkeit der Ozeane erinnern und daran, dass es unser aller Verantwortung ist, die Meere und ihre Bewohner zu schützen. Hope steht also für die Hoffnung, dass die Menschheit eine nachhaltigere und bessere Zukunft erschaffen kann. Schöner Name und tolle Bedeutung, oder?

Die neue Hintze Hall

Doch das Skelett ist nicht das einzige Highlight in der Hintze Hall. Die komplette Eingangshalle wurde neu hergerichtet. Neben umfangreichen Reinigungs- und Restaurationsmaßnahmen in der Halle selbst (u.a. wurde der Mosaikboden ausgebessert und ganz viel Staub entfernt) wurden auch die 10 Seitengallerien, die wonder bays, neugestaltet und mit Exponaten aus dem Museum ausgestattet. Vom Eingang aus links befinden sich heute noch lebende Tiere, auf der rechten Seite ausgestorbene. Eins der Highlights ist sicherlich die über 300 kg schwere Koralle, die vor über 120 Jahren in Australien gefunden wurde.

Auch die Marmor Statue von Charles Darwin wurde gereinigt und mit einem Spezialwachs überzogen, damit sie auch noch viele weitere Jahre in der Hintze Hall bewundert werden kann.

Eröffnung mit royalem Besuch und Besucheransturm

Auf der offiziellen Gala am 13. Juli eröffnete die Duchess of Cambridge (Kate ist die Patronin des Museums) zusammen mit Sir David Attenborough die neue Hintze Hall und hatte als erste die Gelegenheit die neue Halle zu bewundern. In ihrer Rede spricht sie über ihre eigene Verbundenheit zur Unterwasserwelt.

Seit dem 14. Juli ist die Halle auch für die Öffentlichkeit geöffnet. Bereits um 9 Uhr des Eröffnungsmorgens standen die ersten Besucher in der Schlange für den Einlass und der Andrang war den ganzen Tag über enorm. Das Museum ist immer sehr beliebt und fast immer trifft man auf Schulklassen, aber am Eröffnungstag war es wirklich voll. Alle wollten einen Blick auf Hope erhaschen.

Walausstellung „Whales – beneath the surface“

Das Museum hat parallel auch die Ausstellung „Whales – beneath the surface eröffnet. Noch bis Februar 2018 erfährst du hier alles zur Entwicklung der Meerestiere. Es gibt weitere Skelette, echte Organe und sogar die Möglichkeit deine Hand mit der Schwimmflosse eines Wals zu vergleichen. Im Gegensatz zum restlichen Museum ist diese Ausstellung kostenpflichtig und du verbringst hier ca. 45 Minuten.

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