Last Updated on 13. April 2021 by Simone Kunisch

73 Jahre lang war er Ehemann und treuer Wegbegleiter der Queen. Am 9. April 2021 ist Prince Philip im Alter von 99 Jahren friedlich eingeschlafen. Wir erinnern an den Duke of Edinburgh und blicken zurück auf sein Leben.

Wer war Prince Philip?

Geboren wurde er am 10. Juni 1921 auf Korfu als Prinz von Griechenland und Dänemark. Die Kindheit war keine einfache. Die Familie musste nach Frankreich ins Exil, die Mutter hat psychische Probleme, der Vater kümmert sich nicht um ihn. Lord Louis Mountbatten, ein Onkel mütterlicherseits, wird sein Ersatzvater.

1939 trifft er als Kadett der Marine erstmalig auf Prinzessin Elizabeth, die damals erst 13 Jahre alt ist. Über viele Jahre halten die beiden mit Briefen den Kontakt.

Auch wenn er über keine royalen Titel oder Geld verfügt und er damit eher kein Wunschkandidat für die Hochzeit mit der Thronfolgerin ist, gibt es für Prinzessin Elizabeth keinen anderen. Am 20.11.1947 heiraten die beiden in der Westminster Abbey.

Im Zweiten Weltkrieg dient Philip bei der britischen Marine und schafft es bis zum Lieutenant Commander (im Juli 1950). Seine aktive Militärkarriere beendet er im folgenden Jahr (Juli 1951). Er hat zahlreiche Medaillen und Ehrentitel erhalten, deren komplette Übersicht du in einem Post von Forces.net nachlesen kannst.

1953 ist die Westminster Abbey der Ort der Krönung seiner Frau und er ist der erste, der der Königin die Treue schwört. Die beiden werden Eltern von 4 Kindern, 9 Enkelkindern und 10 (bald 11) Urenkeln.

Die Kinder von Queen Elizabeth & Prince Philip

  • Thronfolger Charles, der Prince of Wales, wird am 14.11.1948 als Charles Philip Arthur George im Buckingham Palace geboren.
  • Die einzige Tochter des Paares, Anne Elizabeth Alice Louise, die Princess Royal, wird am 15.8.1050 in Clarence House geboren.
  • Nach 10 Jahren folgt das dritte Kind: Andrew Albert Christian Edward, Prince Andrew, der Duke of York wird am 19.2.1060 im Buckingham Palace geboren.
  • Prince Edward Antony Richard Louis, der Earl of Wessex wurde am 10.3.1964 im Buckingham Palace geboren. Er ist das einzige Kind, dessen Geburt Prinz Philip miterlebt hat. Die Queen hatte ihn darum gebeten.

Ruhestand für den Gefährten der Queen

2017 trat Prince Philip in den wohlverdienten Ruhestand ein und nahm an keinen öffentlichen Veranstaltungen mehr teil. Ausnahmen waren die Hochzeiten seines Enkels Prince Harry (2018) und seiner Enkeltöchter Princess Eugenie (2018) und Beatrice (2020).

In den vergangenen Jahren musste Philip immer wieder im Krankenhaus behandelt werden. Oft machte die Blase Probleme, im März 2021 führte man eine Herz-OP durch.

Am Morgen des 8. April 2021 verstarb er friedlich auf Windsor Castle mit 99 Jahren. Im Juni wäre er 100 geworden.

In seiner royalen Laufbahn absolvierte er über 22.000 Soloauftritte.

Prince Philip ist tot

Am Morgen des 9.4.2021 verkündet die Royal Family in einem Twitterbeitrag “It is with deep sorrow that Her Majesty The Queen has announced the death of her beloved husband, His Royal Highness The Prince Philip, Duke of Edinburgh. His Royal Highness passed away peacefully this morning at Windsor Castle.”

Die BBC unterbricht für die Todesnachricht das Programm, die Moderatorin ist in schwarz gekleidet, während sie die Nachricht erneut verliest. Erst jetzt erfahren internationale Medien vom Todesfall, denn die BBC ist immer der erste Nachrichtensender, der vom Tode des Monarchen erfährt.

Am Buckingham Palace wird die Nachricht in einer Holztafel angebracht, die Fahnen werden auf Halbmast gesetzt, das London Eye leuchtet in dieser Nacht nicht.

Operation “Forth Bridge is down” läuft an

Die Todesfälle in der royalen Familie werden über Jahre im Voraus geplant, um für den traurigen Moment vorbereitet zu sein. Es werden jedoch pro Person unterschiedliche Codewörter benutzt. Bei Prince Philip wurde der Tod mit “Forth Bridge is down” angekündigt.

Unmittelbar nach dem Tod begann die achttägige Trauerphase. Gesetze werden in dieser Zeit keine königliche Zustimmung erhalten, andere Staatsangelegenheiten werden pausiert.

Am Tag nach dem Tod wird der Sarg ihres Mannes in die private Kapelle der Queen gebracht und wird von dort in die Albert Memorial Chapel (Schloss Windsor) überführt, wo er dann für die nationale Trauerperiode von 7 Tagen aufgebahrt ist.

Die Beerdigung wird am Samstag, 17. April 2021, um 15 Uhr Ortszeit stattfinden. Der Duke of Edinburgh hatte schon zu Lebzeiten klar bestimmt, dass er kein Staatsbegräbnis wünscht. Die Öffentlichkeit wird sich nicht von ihm verabschieden können, da er auch keine Aufbahrung wollte.

Wie gedachte man in London dem Duke of Edinburgh?

  • Nachdem die Nachricht vom Ableben durch die Medien bekannt wurde, wurde am Buckingham Palace eine Nachricht mit dem Twitter Wortlauf angebracht. Diese wurde aber noch am gleichen Tag wieder entfernt, um nicht noch mehr Menschen zum Palast zu locken.
  • Viele Blumensträuße wurden vor Buckingham Palace und Windor Castle niedergelegt, dann bat die Royal Family darum, keine weiteren Blumen zu bringen. Dies geschah verbunden mit dem Wunsch, in Zeiten der Pandemie Menschenmengen zu meiden und die Abstandsregeln einzuhalten, aber auch mit der Bitte das Geld für Blumen lieber an eine Charity zu spenden.
  • Nach dem Tod wurde an allen royalen Residenzen der Union Jack auf Halbmast gehangen. Auch alle öffentliche Gebäude, wie die City Hall, ziehen mit. Der Royal Standard – die Fahne, die weht, wenn die Queen anwesend ist, bleibt allerdings komplett geflaggt, denn der Royal Standard wird nie auf Halbmast gesetzt. Der Halbmast bleibt bis zum Tag nach der Beerdigung.
  • Ein Online Kondolenzbuch ist eingerichtet und kann über diesen Link aufgerufen werden: https://www.royal.uk/books-condolence
  • Das London Eye stellte am Todestag die nächtliche Beleuchtung aus.
  • Am Tag nach seinem Tod wurden um 12 Uhr Mittags 41 Salutschüsse in 40 Minuten abgefeuert. In London nutzte die King’s Troop Royal Horse Artillery die gleichen Kanonen, die sie auch 1947 zur Vermählung von Queen Elizabeth und Prinz Philip und zur Krönung der Queen im Einsatz hatten. Die Ehrenschüssen wurden überall im Vereinigten Königreich, in Gibraltar und auf allen königlichen Schiffen in See abgesetzt.
  • Die große Leinwand am Piccadilly Circus zierte für 24 Stunden ein “His Royal Highness Prince Philip, Duke of Edinburgh, 1921 – 2021” mit einem Portrait eines lachenden Prinz.
  • Die Curfew Tower Bell auf Windsor Castle schlug 99 Mal am Mittag nach seinem Tod, ein Schlag für jedes Lebensjahr.
  • Die Tenor Bell der Westminster Abbey schlug bereits am Todestag 99 Mal. Die Tenor Bell ist die größte der insgesamt 10 Glocken der Abbey und wird tradionellerweise beim Tod eines Mitglieds der Royal Family geschlagen.
  • Am Todestag zierten schwarze Taxis die Prachstraße The Mall entlang bis zum Buckingham Palace. Auf beiden Straßenseiten parkten die Taxifahrer, um so ihre letzte Ehre zu erweisen.
  • Great Tom, eine Glocke der St Paul’s Cathedral schlug am Todestag zwischen 14 und 14.55 Uhr. Diese Glocke wurde letztmalig 2002 zum Tod von Queen Mum geschlagen. Die Glocke läutet nämlich nur dann, wenn der/die König/in, der/die köngliche Gemahl/in, der/die Thronfolger/in, andere Mitglieder der königlichen Familie oder – sofern sie während ihrer Amtszeit versterben – auch für den Archbishop of Canterbury, den Bishop of London, den Dean of St Paul’s, den Lord Mayor of London oder den Prime Minister.

Was passiert nach seinem Tod?

Die Queen und die restliche königliche Familie begeben sich in die königliche Trauerzeit von 30 Tagen. Danach kehrt die Königin ins öffentliche Leben zurück. Während dieser Zeit werden nur dunkle Farben getragen. Ob die Queen danach zu den farbenfrohen Outfits zurückkehrt, für die sie bekannt ist, kann keiner wissen. Queen Victoria trug nach dem frühen Tod ihres Ehemannes Albert bis an ihr Lebensende nur noch schwarz.

Der Titel Duke of Edinburgh wurde bereits Ende der 1990er Jahre dem jüngsten Sohn Edward versprochen. Allerdings kann er den erst bekommen, wenn auch noch seine Mutter verstorben und sein großer Bruder Charles der neue König ist. Normalerweise erbt der älteste Sohn (also Charles) den Titel, aber sobald dieser König ist, wird der Titel wieder frei und kann neu vergeben werden. Edward soll ihn tragen, weil er sich stark für den Duke of Edinburgh’s Award einsetzt und damit seine Arbeit geehrt werden soll.

Prince Philips schwarzer Humor

Der Gatte der Queen war berühmt berüchtigt für seinen derben, schwarzen Humor, der nicht immer lustig war. Aber irgendwie sah man es ihm meistens nach und so gibt es gleich mehrere Bücher, die seine besten Sprüche gesammelt haben.

Fakten über Prinz Philip

  • Der offizielle Geburtstag ist der zehnte Juni. Wenn man aber bedenkt, dass Griechenland den Gregorianischen Kalender erst 1924 einführte (als letztes Land in Europa und bis dahin den Julianischen Kalender nutzte), dann ergibt sich ein anderes Datum, nämlich den 28. Mai.
  • Er war der dienstälteste königliche Gemahl in der britischen Geschichte. Aber er hat niemals den Titel King getragen, obwohl der mit der Queen verheiratet war. Der Titel kann nur von männlichen Thronnachfolgern getragen werden. Eine Frau, die mit dem König verheiratet ist, kann aber sehr wohl den Titel Queen tragen.
  • Er zählte zu den besten Polo Spielern in Großbritannien, musste den Sport aber mit 50 aufgeben
  • Ein Ersatzhobby bis in hohe Alter wurde das Pferdewagenrennen (carriage driving), dessen Passion er an seine Enkeltochter Lady Louise weitergab.
  • Er war außerdem ein großer Cricket Fan und spielte selber.
  • Als er 1946 die Verlobung mit der Queen einging, nahm er die britische Staatsbürgerschaft an, verzichtete auf seinen griechischen Titel und nahm den anglizierten Nachnamen seiner Mutter – Mountbatten – an.
  • Er erlebte die Wahl von 18 US Präsidenten und traf einige von ihnen zusammen mit der Queen.
  • Fast 1000 Organisation unterstütze Prince Philip als Präsident, Patron, Ehrenmitglied oder in anderen Formen, darunter auch den WWF. Artenschutz, Sport und vor allem das Wohlergehen von jungen Menschen lagen ihm besonders am Herzen.
  • Am Tag seiner Hochzeit erhielt er von King George VI die Titel Duke of Edinburgh, Earl of Merioneth und Baron of Greenwich.
  • Seit 1999 besaß Prince Philip ein privates Metrocab, mit dem er inkognito in London unterwegs war. Das Auto gab er 2017 mit dem Eintritt in den Ruhestand auf und schenkte das gasbetriebene grüne Auto an das Museum in Sandringham.
  • Der Duke of Edigburgh wurde auf der Insel Tanna im Dorf Yaohnanen als Gottheit verehrt. Der Kult ist als Prince Philip Movement bekannt.

Hattest du das Glück den Duke of Edinburgh mal live zu sehen oder gar zu treffen? Fallen dir weitere Fakten zu ihm ein? Dann freue ich mich über deinen Kommentar unter diesem Post.

Die Fotos vom Buckingham Palace hat ganz spontan Brigitta von NUX Photography für mich geschossen.