Lasst uns gemeinsam einen letzten Rückblick auf die Hochzeit von Harry und Meghan werfen. Am vergangenen Samstag fand in Windsor eine moderne und schöne Hochzeit statt, die an einigen Ecken mit royalen Traditionen gebrochen hat. Die Times schreibt in ihrer Montagsausgabe “Harry and Meghan’s wedding was not just another royal wedding”. Dem stimme ich, gemeinsam mit fast 18 Millionen Briten, die das Spektakel am Samstag vor den Fernsehern verfolgt haben und alle denen die live in Windsor dabei waren, aus vollem Herzen zu.

Mit der Hochzeit bricht in Großbritannien ein neues Zeitalter an. Wie sagt die Times so treffend: „Britain is a changed country and that diversity and inclusion have moved in and are here to stay”. Wir haben eine unabhängige Frau gesehen, die ihre Karriere aufgibt, um ihren Traummann zu heiraten, der auch noch ein Prinz ist: “She walked down the aisle alone….Proud, indendent: this is a woman who knows how to stand up for herself“. Dass Meghan voll in die royale Familie integriert ist, kann man bereits kurz nach dem Ja-Wort auf der Homepage lesen, denn dort hat die Duchess of Sussex bereits ihre eigene Seite erhalten, auf der sie mit „I am proud to be a woman and feminist“ zitiert wird.

Das Brautkleid und der „Messy bun“

  • Welch gut gehütetes Geheimnis war das Brautkleid! Erst am Hochzeitsmorgen erfuhr der Ehemann von Clare Waight Keller, dass sie das Brautkleid für Meghan designt hat.
  • Keller, die für Givenchy arbeitet, beschreibt, dass ihr Team sich beim Besticken des Schleiers alle 30 Minuten die Hände wusch, damit alles rein und fettfrei blieb.
  • Im Schleier sind Pflanzen bzw. Blumen aus allen 53 Ländern des Commonwealth eingestickt.
  • Der Schleier wurde von einer Tiara gehalten, die Meghan von der Queen geliehen bekam. Sie gehörte einst Queen Mary und ist aus 1932.
  • Die Frisur von Meghan etabliert sich derzeit als „Messy bun“, also ein unordentlicher Dutt.
  • Die Blumen der Royal Wedding wurden an verschiede Charities verteilt. Eine davon ist das St. Joseph’s Hospice in Hackney. Hier lebt Pauline Clayton, die in den 1960ern für den damaligen Kleidermacher der Queen (Sir Norman Hartnell) arbeitete. Die alte Dame war sichtlich begeistert, als sie die Blumen erhielt.
  • Der Brautstrauß wurde – ganz nach Tradition – am Grab des unbekannten Soldaten in der Westminster Abbey abgelegt.

Die Lunch Reception

  • Beim Mittagesempfang mit 600 geladenen Gästen sang Sir Elton John für das Paar vier seiner Lieder (Your Song, Tiny Dancer, Circle of Life und I’m still standing).
  • Tiny Dancer widmete er Meghan
  • Meghan hielt eine kurze Rede und bedankte sich bei Charles, dass er sie zum Altar geführt hat sowie bei der restlichen Royal Family für die Aufnahme in die Familie.
  • Die Rede von Charles endete mit „My darling old Harry, I’m so happy for you”.

Der abendliche Empfang

  • Für die Fahrt zum Frogmore House (auf dem Gelände von Windsor Castle) fuhr das Paar in einem zum E-Auto umgebauten silber-blauen Jaguar aus den 1960ern
  • Meghan hatte in ein Kleid von Stella McCartney gewechselt und trug einen neuen Ring, den Harry ihr zur Hochzeit geschenkt hat. Er gehörte einst seiner Mutter
  • Der abendliche Empfang mit 200 Gästen dauerte bis in die frühen Morgenstunden, wobei die älteren Mitglieder der Familie die Party bereits um 10.30 Uhr verlassen haben
  • Der Eröffnungstanz fand zu einer langsamen Version von „I wonna dance with somebody“ von Whitney Houston statt
  • Harry’s Trauzeuge, sein Bruder William, und sein Freund Charlie van Straubenzee hielten Reden
  • „Beer Pong“ war der Partyhit und Serena William hat sie alle unter den Tisch gespielt.
  • Idris Elba sorgte als DJ für gute Musik
  • Gekrönt wurde der Abend mit einem Feuerwerk
  • Es gab einen „When Harry Met Meghan“ Cocktail – ein Rum-basierter Drink mit einem Spritzer Ginger Ale (Ginger bedeutet auch rothaarig…)

Der Pippa Moment bei Harry und Meghan

Michael Curry brachte mit seiner leidenschaftlichen Rede über die Liebe (er nutzte das Wort 65 Mal) nicht nur große Teile der Kirchenbesucher zum Schmunzeln (Prinzessin Beatrice, Charles und Camilla) bzw. in Schockstarre (Sir Elton John, die Queen), sondern er überzog auch um gute 8 Minuten. Die Rede dauerte fast 14 Minuten, wobei die Queen allerdings nur 7 Minuten als ideale Länge für eine Predigt ansieht… Vermutlich hat sie innerlich inständig gehofft, dass er durch seine Handbewegungen keine Kerze umwirft. So viel Stimmung gab es in der St George’s Chapel vorher noch nie… Mit der Verdopplung seiner Redezeit brachte Curry den gesamten Zeitplan ein wenig in Trudeln. Gerade aber weil er so freudig und enthusiastisch gepredigt hat und weil er schöne Worte fand, wird er mittlerweile als der unerwartete Star der Hochzeit und als die neue Pippa angesehen.

Der skurrilste Überbrückungs-Kommentar

Anna Botting, die für Sky live berichtete, überbrückte Wartezeit mit einem Kommentar, dass Charles I in der St George’s Chapel liegt und „Who I’m told has had his head sewn back on.“ Sie entschuldigte sich umgehend mit „I don’t know why I’m bringing that up now“. Zur Erinnerung: Charles I wurde am 30. Januar 1649 vor dem Banqueting House in London enthauptet. Offensichtlich hat man ihm den Kopf wieder angenäht, bevor man ihn in Windsor beerdigte.

Wenn du die Feierlichkeiten noch einmal Revue passieren lassen willst, empfehle ich dir den Live-Bericht aus Windsor, die Zusammenstellung der skurrilsten Souvenirs und den allgemeinen Post zur Hochzeit. Auch Sandra von A decent cup of tea hat einige Posts geschrieben, denn wir waren beide gemeinsam vor Ort. Besonders gut gefällt mir übrigens ihr „Behind the Scenes“ Post, der die Stimmung vor Ort perfekt wiedergibt!

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