Londons Shopping Arkaden verströmen einen ganz besonderen Flair. Fast fühlt man sich das viktorianische London zurückversetzt, wenn man durch die überdachten Einkaufstempel läuft, an deren Ein- und Ausgängen Männer im Zylinder wachen. Die meisten sind mit Luxusgeschäften ausgestattet, aber ein Durchlaufen, Staunen und sich ein wenig besonders fühlen, das kann jeder. Also komm mit auf eine Einkaufstour durch die Shopping Arcades in London.

Shopping Arkaden – eine Definition

Bei einer Arkade handelt es sich um eine überdachte Passage, die oft an einer Seite mit einem anderen Gebäude verbunden und auf der anderen Seite mit Säulen versehen ist. Meistens sorgen ein Glasdach oder große Oberlichter für die Helligkeit in der Arkade. An mindestens einer Seite des Gangs befinden sich Geschäfte, oft sind beide Seiten mit Shops ausgestattet. Das Angebot ist oft luxoriös und besonders. Inspiration für die Bauform und Anordnung der Shops waren die Bazare in der islamischen Welt.

Shopping Arkaden in London

Die Burlington Arcade – die erste und älteste in London

Die erste Shopping Arcade in London war die Burlington Arcade. Sie wurde am 20.3.1819 nach den Entwürfen von Architekt Samual Ware eröffnet. Bauherr war der erste Earl of Burlington, George Cavendish. Im Angebot sind seitdem “jewellery and fancy articles of fashionable demand, for the gratification of the public“.

Die Burlington Arcade wurde für die Ehefrau des Earls gebaut, damit sie in Ruhe und in Sicherheit, weit weg vom Londoner Pöbel einkaufen konnte. In der Arkade patrolliert seit jeher die älteste und kleinste Privatpolizei der Welt, die Burlington Beadles. Sie sollten damals die feinen Herrschaften vor Taschendieben schützen und achten heute immer noch darauf, dass weder gesungen noch gepfiffen wird. Denn beides waren akustische Zeichen, mit denen sich Diebe oder Prostituierte vor der Ankunft der Beadles warnten.

Seit 1964 sind beide Enden der Arkade mit Pollern versperrt, nachdem im gleichen Jahr ein Jaguar Mark X mit sechs maskierten Männern in die Arkade fuhr und die Goldsmiths and Silversmiths Association ausraubte. Weder die Waren im Wert von £ 35.000 noch die Diebe wurden jemals geschnappt.

Alle Shops (die hier übrigens Boutiquen heißen) und aktuelle Events findest du auf der Webseite der Burlington Arcade.

Die Princes Arcade im ehemaligen Hotel

Wenige Minuten von der Burlington Arcade befindet sich eine kleine Arkade, die sich auf Luxus Herrenmode spezialisert hat – die Princes Arcade. Sie steht an der Stelle des ehemaligen Princes Hotels, das 1883 eröffnete. Zwischen 1929 und 1933 fand die Verwandlung in die Arkade statt. Hier gibt es deutlich weniger Geschichten und Abenteuer zu entdecken, aber wenn du gerade in der Gegend bist oder das Kaufhaus Fortnum & Mason besuchen willst (liegt in der Nachbarschaft), dann schlendere doch hier einmal durch.

Die Piccadilly Arcade & Beau Brummell

Eine größere Arkade, die mit dem Slogan “Individually You” wirbt, ist die Piccadilly Arcade. Hier findest du Luxusprodukte aus Beauty, Klamotten, Schuhe und Accessoires für Frauen und Männer. Du kannst die Arkade nutzen, wenn du von der Straße Piccadilly zur Jermyn Street kommen willst, denn diese beiden werden durch die Arkade verbunden.

Eine Besonderheit der Piccadilly Arcade: Vor dem Eingang in der Jermyn Street steht seit 2002 eine Statue von Irena Sedlecká, die die Lokalgröße George Bryan “Beau” Brummell (1778 – 1840) zeigt. Der Dandy und Bekannte des (damals) zukünftigen Königs George IV lebte in der Nähe und transformierte die Männermode der damaligen Zeit durch seine maßgeschneiderten Looks. Nachdem er aber über seine Strenge gelebt hatte, verbannte er sich selbst ins französische Exil, wo er schließlich verarmt verstarb. Er steht heute immer noch für Stil und guten Geschmack, daher scheint mir der Standort seiner Statue sehr passend vor der Luxusarkade.

Du willst selbst auf den Spuren von Beau Brummell wandeln? Dann findest du eine komplette Übersicht aller Shops der Arkade auf der Webseite der Piccadilly Arcade.

Die Royal Arcade

The Arcade, wie die Royal Arcade ursprünglich hieß, wurde 1879 errichtet. Sie steht am Platz des ehemaligen Clarendon Hotels, das 1870 abgerissen wurde. Schon immer lag der Fokus hier auf Luxusprodukten mit sehr guter Qualität, den Zusatz “Royal” nahm man aber erst in den Namen auf, als der Hemdmacher H.W. Brettell von Queen Victoria in den 1880ern gefördert wurde. Auch heute ist hier noch ein königlicher Hoflieferant ansässig, Charbonnel Et Walker, der vermutlich älteste Schokoladenhersteller Londons.

Weitere Mieter und aktuelle Events findest du auf der Webseite der Royal Arcade.

Optisch gefällt mir diese kleine Shoppingmeile besonders gut, denn das Orange harmoniert gut mit dem weiß im Stuck.

Spaziergang durch Londons Shopping Arkaden

Die o.g. Arkaden befinden sich alle in Laufnähe zueinander. Um sie zeitlich optimal abzulaufen, empfehle ich folgende Route:

  1. Beginne deine Tour mit der Piccadilly Arcade
  2. Laufe dann zur Princes Arcade
  3. Besuche als nächstes die Burlington Arcade
  4. Letzter Stopp ist die Royal Arcade

Die reine Laufzeit zwischen allen vier Locations beträgt nur knapp 15 Minuten. Je nachdem wie lange du zum Flanieren, Shoppen und Stauen brauchst, verlängert sich die Zeit.

Warst du schon mal in einer der Arkaden? Zum Shoppen oder nur Schauen? Erzähl mal in den Kommentaren unter diesem Post.