Last Updated on 28. Mai 2021 by Simone Kunisch

Am 12. Juni 2021 ist es soweit. Das ehemalige Geffrye Museum in Hoxton eröffnet als Museum of the Home nach über 3 Jahren Renovierung und Umbau wieder für Besucher. Es fokussiert sich wie bisher auch auf die Geschichte englischer Wohnräume und Gärten und geht dabei 400 Jahre zurück. Der Ausstellungsraum wurde durch den Umbau massiv vergrößert und auch der Garten erstrahlt im neuen Glanz.

Das Museum of the Home

Für alle Fans von Interior und Design ist das Museum of the Home ein Must See. Denn es zeigt die Veränderung von Wohnräumen in den letzten 400 Jahren. Es gibt außerdem noch einen großen Garten, ein Café und Platz für Sonderveranstaltungen und Events.

Die Geschichte des ehemaligen Geffrye Museum

Sir Robert Geffrye

Die Gebäude des Museums waren ehemalige Armenhäuser (almshouses), die 1714 aus dem Vermächtnis von Sir Robert Geffrye entstanden. Geffrye war Kaufmann, ab 1685 Lord Mayor of London (die besondere Rolle in der City of London) und Mitglied der Eisenwarenhändler Zunft (Worshipful company of ironmongers). Sein Reichtum ist u.a. durch Sklaverei entstanden und die Black Lives Matter Proteste forderten die Entfernung von Geffryes Statue über dem Eingang des Museums. Das Museum hat sich gegen diesen Schritt entschieden und möchte die Vergangenheit anders aufarbeiten.

In den 14 Armenhäusern lebten hauptsächlich Witwen von Zunftmitgliedern. Es gab jeweils 4 Zimmer pro Haus, ein Zimmer pro Person.

1912 wurde diese Gegend von London immer dichter besiedelt und die hygienischen Zustände waren schlecht. Man entschied, die Pensionäre an einen Ort außerhalb Londons umzusiedeln, wo sie sicherer und gesünder leben würden. Das Museum eröffnete bereits zwei Jahre später.

Der große Umbau

Ich war letztmalig 2017 im Museum und damals kam mir die Ankündigung, dass man für 3 Jahren schließen wird, ewig lange vor. Aber auch diese Zeit ist schon vorbei und ich freue mich, den Neubau bald selbst erkunden zu können.

Während des Umbaus wurde u.a. der Eingangsbereich komplett neu gestaltet. Der befindet sich jetzt gegenüber der Hoxton Station. Der Ausstellungsbereich wurde um 80% vergrößert und das Untergeschoss ist erstmalig für Besucher geöffnet. Hier befinden sich die Home Galleries, die Mein Lieblingsbereich – die Rooms through time – hat Zuwachs in Form von zwei neuen Räumen bekommen.

Molly’s Cafe eröffnet in einem ehemaligen viktorianischen Pub und von der neuen Terrasse aus kann man auf die Hoxton Station schauen.

Der dreijährige Umbau hat über 18 Millionen Pfund gekostet.

Was gibt es im Museum of the Home zu sehen?

Herzstück des Museums sind die sogenannten “rooms through time”. Aus verschiedenen Zeitepochen wird das Wohnzimmer einer mittelständischen Familie mit typischen Gegenständen und Dekor gezeigt. Quasi eine Zeitreise mit Interior.

Ab sofort gibt es zwei neue Räume: ein Victorian Room ist für eine Seance hergerichtet und ein Raum aus den 1976ern zeigt das Leben einer Familie mit Migrationshintergrund.

Darüber hinaus wird die unterschiedliche Nutzung von Wohnraum thematisiert. Was macht das Zuhause aus, was tun die Menschen hier und wie gestalten sie diesen Raum?

Auch eins der Armenhäuser kann besichtigt werden.

Gardens through time

Draußen wird die Entwicklung und Nutzung von Gärten im Laufe der Zeit dokumentiert. Der Gartenbereich hinter dem Haus wurde komplett neu gestaltet.

Nützliches für den Besuch im Museum

  • Anschrift: 136 Kingsland Road, London E2 8EA
  • Overground: Hoxton
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
  • Eintritt: kostenlos
  • Aktuelle Events findest du auf der Webseite des Museum of the Home
  • Es gibt ein Café und einen Shop vor Ort

Ghost Sign neben dem Museum

Wenn du hier bist, werfe mal eine Blick an die Hauswand hinter der roten Telefonzelle. Dort findest du ein verblasstes Werbebild, das auf die Hauswand gemalt wurde. Die Überreste einer solchen “Anzeige” werden als Ghost Signs bezeichnet. Hier siehst du eins von “Blooms Pianos”, die mit “Perfection” gleichgesetzt wurden. Wenn dich das Thema interessiert, dann ist das Interview mit dem Ghost Sign Experten Sam Roberts bestimmt was für dich.

Warst du im Geffrye Museum? Wie hat es dir gefallen? Reizt dich das Museum nach dem Umbau? Erzähl mal in den Kommentaren unter diesem Post.