Charles Dickens ist einer der berühmtesten britischen Schriftsteller, dessen Geschichten fast immer in London spielen. Die britische Hauptstadt ist die wichtigste Hauptperson in seinen Werken. Wir begeben uns gemeinsam auf seinen Spuren durch London und entdecken Orte, die den Schriftsteller inspiriert haben.

Charles Dickens in London

Dickens hat an vielen Orten in London gewohnt. Das wundert nicht, denn für ihn war London die beste Inspirationsquelle, er nannte die Stadt seine “magic lantern” . Auch alle seine Bücher spielen hier.

Das Charles-Dickens-Museum

In der Doughty Street 48 lebte der Autor von März 1837 bis Dezember 1839. Das typische Reihenhaus der damaligen Zeit ist u.a. der Ort, an dem er Oliver Twist geschrieben hat. Heute befindet sich hier das Charles-Dickens-Museum. Mit vielen Originalgegenständen (u.a. sein Schreibtisch, Sessel, sogar eine Haarlocke) und weiteren Möbeln der damaligen Zeit. Wer also wissen will, wie Dickens gelebt hat, der sollte einen Besuch einplanen. Alles, was du für deinen Besuch im Museum wissen musst, findest du im Post “Das Charles-Dickens-Museum“.

Der Old Curiosity Shop

In 13-14 Portsmouth Street befindet sich das kleine, etwas windschiefe Gebäude mit der Aufschrift „The Old Curiosity Shop – immortalized by Charles Dickens“. Doch was ist hier drin und wie ist die Verbindung zu Dickens?

Der Laden wurde vermutlich 1567 aus dem Holz alter Schiffe erbaut. Das große Feuer 1666 hat dem Geschäft nichts anhaben können, ebenso wenig die Bomben des Zweiten Weltkrieges. Ursprünglich befand sich hier eine Molkerei, die eine der Mätressen von Charles II als Geschenk von ihm bekam. Dickens hat den Laden mehrfach besucht, denn er wohnte in der Gegend. Einige vermuten, dass sein Buch „The Old Curiosity Shop“ von diesem Laden inspiriert wurde, aber das lässt sich nahezu ausschließen. Denn lt. den Kollegen von London History Shops wurde der Laden erst 1868 in den „Old Curiosity Shop umbenannt, 30 Jahre nachdem Dickens‘ Buch erschienen war. Heute ist es ein Laden für ausgefallene Designer Schuhe des japanischen Designers Daita Kimura.

Woher nahm Dickens seine Inspiration?

London hat Dickens ohne Ende inspiriert. Die Menschen, Straßen, Bauwerke und Geschehnisse vor Ort wandelte er ebenso in Geschichten um wie persönliche Erlebnisse (z.B. die Inhaftierung des Vaters). Die Kollegen von Londonist haben sich die Mühe gemacht und gezählt, welche Londoner Gebäude er besonders oft in seinen Arbeiten erwähnt und welche gar nicht. Zu den vermeintlichen Lieblingsbauwerken von Dickens gehören u.a. die Houses of Parliament, St Paul’s Cathedral und die London Bridge. Andere Bauwerke werden allerdings komplett von Dickens ignoriert, u.a. der Buckingham Palace.

Auf den Spuren von Dickens in London

Auch im heutigen London lassen sich noch Orte finden, an denen Dickens selbst war oder die stark an ihn erinnern.

  • Das Adelphi Theatre. Hier wurde das erste seiner Stücke auf die Bühne gebracht. Am 13. Oktober 1834 eröffnete „The Christening“ von John Baldwin Buckstone, das auf Dickens‘ Story „The Bloomsbury Christening“ basiert. Weitere seiner Stücke folgten in den nächsten Jahren. Das Adelphi gibt es immer noch, derzeit laufen die letzten Wochen von Kinky Boots.
  • Der „Old Curiosity Shop“ (s. vorheriger Abschnitt)
  • Die Überreste des Marshalsea Debtors’ Prison. Auch wenn heute nur noch eine Mauer und zwei Tore vorhanden sind, das Gefängnis war 1329 bis zur Schließung 1842 der Ort, an dem man einsaß, wenn man Schulden hatte. So erging es auch dem Vater von Dickens. Der musste in dieser Zeit die Schule verlassen, um die Familie zu ernähren. Diese Erfahrung hat ihn sehr geprägt. Das Marshalsea Debtors’ Prison taucht in mehreren seiner Bücher auf: „Little Dorit“ und „The Pickwick Papers“.
  • Ganz in der Nähe steht das George Inn, ein Gasthaus, das Dickens sowohl besuchte als auch in „Little Dorit“ verarbeitet. Es ist außerdem das letzte Gasthaus mit Galerien im heutigen London und schon deshalb einen Besuch wert.
  • Dem „Dickens Inn“ in St. Katherine’s Wharf kann keine echte Verbindung zu Charles Dickens nachgewiesen werden
  • Ein altes Pub aus 1667 ist „Ye Old Cheshire Cheese“ an der Fleet Street. Hier hat Dickens selber oft gesessen, er verarbeitet das Gasthaus in „A tale of two cities“.
  • George & Vulture – ein weiteres Pub, das Dickens selber besucht hat und das ihn inspiriert hat. Er hat den Ort mehrfach in „The Pickwick Papers“ erwähnt. Nachdem sein Enkel das Gebäude vor dem Abriss bewahrte, kommt die Familie Dickens hier immer noch an Weihnachten zusammen und feiert im Dickens Room.
  • Covent Garden war der Ort, wo Dickens seine Zeitung „All the Year Round“ herausbrachte und zwar in der oberen Etage von 26 Wellington Street. Heute erinnert daran nur noch die blaue Plakette an der Hauswand.

Das Grab von Charles Dickens

Dickens starb am 9. Juni 1870 an einem Schlaganfall in seinem Haus „Gad’s Hill Place“ in der Nähe von Rochester (Kent). Sowohl die Öffentlichkeit als auch sein Sohn fordern die Beerdigung in der Westminster Abbey. Am 14. Juni 1870 findet die Zeremonie in ganz privatem Kreis (nur engste Familie und Freunde) statt. Auf eigenen Wunsch von Dickens werden Beerdigung und Grabstätte sehr schlicht gehalten. Erst am 16. Juni wird das Grab verschlossen, vorher nehmen Tausende von ihm Abschied und warfen Blumen ins Grab. Im Poet’s Corner der Westminster Abbey liegt er nun neben Georg Frederick Handel.

Kennst du noch weitere Orte, die in London an Charles Dickens erinnern oder die ihn inspiriert haben? Dann hinterlasse mir doch einen Kommentar unter dem Post!

Dieser Post ist in der Themenwoche zu Charles Dickens in meiner Facebook Gruppe London Total entstanden. Tritt gerne bei, wenn du andere London Verrückte treffen willst.

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