Last Updated on 19. Januar 2025

Londons Ikonen wie die roten Doppeldeckerbusse, schwarzen Taxis und kultigen Telefonzellen gehören zu den Dingen, die fast jeder sofort mit der britischen Hauptstadt verbindet.

Diese Symbole sind mehr als nur Fortbewegungs- oder Kommunikationsmittel – sie sind ein fester Bestandteil der Identität dieser einzigartigen Metropole.

In diesem Post schauen wir uns die genannten und weitere ikonische Highlights an, die London so unverwechselbar machen.

Dinge, die uns sofort an London denken lassen

Die roten Telefonzellen

Die leuchtend roten Telefonzellen sind ein Wahrzeichen Londons und tauchen auf Postkarten und Souvenirs auf. Und auch, wenn nur noch die wenigsten zum Telefonieren gebraucht werden: Sie stehen für britisches Design und Nostalgie und sind beliebtes Fotomotiv.

Inspiration für das Design der roten Telefonzelle

Die allererste öffentliche Telefonzelle (bekannt als K1) war aus Beton und stand 1920 erstmalig auf Londons Straßen. Das Design überzeugte die Londoner nicht so wirklich.

1923 schrieb die britische Post daher einen Wettbewerb aus, um ein ansprechenderes Design zu finden. Der Siegerentwurf für die gusseiserne K2 stammte von Sir Giles Gilbert Scott, der heute auch für die Battersea Power Station und die Waterloo Bridge bekannt ist.

Scott ließ sich beim Design übrigens von einer Grabstätte inspirieren. Und zwar von der Gruft von Sir John Soane, einem anderen berühmten britischen Architekten. Er hatte das Design selbst nach dem Tod seiner Frau entworfen. Übrigens – Du kannst das besondere Grabmal, dem wir die Optik der Telefonzellen verdanken, immer noch im ehemaligen Friedhof der St. Pancras Old Church nahe der King’s Cross Station sehen. Und auch das Museum von Sir John Soane ist einen Besuch wert.

Mit der K6 kam eine kleinere und kostengünstigere Variante, die 1935 zum Silberjubiläum von König Georg V. entwickelt wurde. Mit diesem Modell verbreiteten sich die roten Telefonzellen auch außerhalb Londons.

In den 1980er Jahren plante British Telecom, die Telefonhäuschen gelb zu streichen – ein Vorschlag, der auf heftigen Widerstand stieß und durch öffentlichen Druck gestoppt wurde.

Die leuchtend rote Farbe wurde übrigens gewählt, um sicherzustellen, dass die Telefonzellen auch aus der Ferne gut sichtbar waren.

Wusstest du, dass im Londoner Zoo eine seltene K3 Version in Originalfarbe weiß steht? Diese stammt auch von Scott und zwar aus dem Jahre 1928. Du findest sie nahe dem Pinguin Gelände.

Heute werden die Telefonzellen immer seltener in ihrem ursprünglichen Zweck genutzt, da fast jeder ein Mobiltelefon hat. Umso schöner, dass die kleinen Gebäude zu Kaffeestationen, Büchereien, Mini-Restaurants oder Tiramisu Stationen (Walkmisu) umfunktioniert werden und so weiterhin das Stadtbild Londons begleiten.

Wo stehen die besten roten Telefonzellen?

Die Telefonzellen sind ein beliebtes Fotomotiv und an den folgenden Stellen lassen sich besonders gute Erinnerungen festhalten:

  • In Covent Garden im Broad Court stehen mehrere Telefonzellen nebeneinander und die Statue einer Balletttänzerin „Young Dancer“ findest du hier auch.
  • In der Grand Ave, die zwischen den Gebäuden des Fleischgroßhandels am Smithfield Market führt, stehen gleich mehrere Versionen der Telefonzelle: die K2 und die K6. Das ermöglicht einen guten Größen- und Featurevergleich.
  • In der Great George Street neben dem Parliament Square stehen sowohl K2, als auch eine K6. Vorteil hier: Big Ben steht dann bei den Fotos ganz wunderbar im Hintergrund. Nachteil: diese Idee gefällt auch noch ganz vielen anderen Touristen, d.h. es kann sein, dass du für ein ikonisches „Ich komme aus einer echten roten Telefonzelle vor Big Ben“ Foto anstehen musst.
  • Wenn du durch die großen gusseisernen Tore bei der Royal Academy in Piccadilly gehst, dann schau mal zwischen die Tore, denn dort steht die erste K2 Telefonbox, die von Scott designt wurde. Da sie vom Wetter gut geschützt steht, ist sie im super Zustand.
  • In der Great Russell Street befindet sich der Haupteingang zum British Museum und auch eine Telefonzelle, die immer mal wieder als sehr kleine Kunstgalerie genutzt wird. Ich habe dort schon Bilder ausgestellt gesehen und auch Suzette Fields, die Mitgründerin des London Month of the Dead, hat hier vor einigen Jahren Arbeiten ausgestellt (sie arbeitet als Tierpräperatorin).
  • Neben der Einfahrt zum St Pancras Renaissance Hotel steht eine K6 Telefonzelle, die mit nostalgischen Elementen ausgestattet ist. Ein altes Telefon mit Drehscheibe, alte Flyer, ein Telefonbuch. Das alles, weil man hier das Design zur Zeit der 1930 nachgebaut hat. Man kann die Telefonzelle nur durch die Scheiben bestaunen.

Die umgestürzten Telefonzellen

„Out of order“ ist eine Kunstinstallation von David Mach, die sich in der Old London Road in Kingston Upon Thames befindet. 12 nicht mehr funktionierende und umgefallenen Telefonhäuschen wurden bereits 1989 hierher gebracht.

Die roten Briefkästen

Ebenso ikonisch wie die Telefonzellen sind die roten Briefkästen, die an jeder Straßenecke Londons zu finden sind, selbst in Zeiten von Emails und Voice Messages.

Der erste freistehende Briefkasten wurde 1852 auf den Kanalinseln aufgestellt, bevor er 1855 in London eingeführt wurde. Das Design mit der leuchtend roten Farbe wurde schnell zum Standard, und die Monarchie wird durch das königliche Wappen auf jedem Kasten repräsentiert. Auf den meisten Briefkästen findest du daher ein ERII (Elizabeth Regina II) – als Zeichen dafür, dass der Briefkasten zu Amtszeiten von Queen Elizabeth II errichtet wurde. Mittlerweile gibt es auch die ersten mit CR III (Charles Rex III).

Die beste Anlaufstelle für mehr Infos rund um das Postsystem sowie die einzigartige Möglichkeit, in ehemaligen unterirdischen Tunneln in winzigen Zügen zu fahren, die einst Postsäcke durch London transportierten, bietet dir der Besuch im Postal Museums, den ich nur empfehlen kann. Wer sich nicht in die kleinen Züge begeben will, kann die Tunnel auch zu Fuß erkunden. Das ist auch ziemlich cool.

Die schwarzen Taxis

Die „Black Cabs“ Londons sind mehr als nur ein Transportmittel – sie sind ein Symbol britischer Eleganz und Zuverlässigkeit. In Zeiten von Uber und Mietfahrrädern und -rollern ist man natürlich nicht mehr zwingend auf sie angewiesen, aber ab und zu gönne ich mir ein Fahrt. Ich schätze, dass es hier so viel Platz gibt, denn der Innenbereich ist ganz anders als bei einem deutschen Taxi. Es gibt auch keinen Kofferraum, d.h. du nimmst dein Gepäck mit in den Sitzbereich.

Bevor du einsteigst, bespreche mit dem Fahrer wohin du willst. Dann nimm Platz und lasse dich fahren. Die meisten Taxis haben im Fahrgastbereich Kartenleser installiert, d.h. du kannst bequem mit Karte zahlen und in diesem Zug auch ein Trinkgeld geben, wenn du möchtest.

Londons Taxi-Tradition reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Pferdekutschen („Hackney Carriages“) die Straßen dominierten. Die modernen schwarzen Taxis, wie wir sie heute kennen, wurden erstmals in den 1950er Jahren eingeführt.

Ihre Fahrer müssen den berühmten Test „The Knowledge“ bestehen, der sie zu wandelnden Navigationssystemen macht. In diesem Test werden die Straßen, Sehenswürdigkeiten und Hotels im Zentrum abgefragt – und wir sprechen hier von Tausenden Straßen, von denen nicht nur die Lage, sondern auch die besten Weg dorthin auswendig gelernt werden müssen. Eine Lernzeit von mehreren Jahren ist keine Seltenheit.

Solltest du dich übrigens über die gute Kopfhöhe im Fahrgastbereich freuen, beim Design wurde drauf geachtet, dass Männer mit Zylinder bequem ein- und aussteigen sowie den Hut auch im Taxi tragen konnten.

Big Ben

Für viele ist Big Ben eine weitere Ikone Londons und die meisten meinen damit den Glockenturm des Palace of Westminster. Der heißt aber seit 2012 Elizabeth Tower (zu Ehren von Königin Elizabeth II) und nur die größte Glocke im Turm ist Big Ben. Deren Läuten wird überall erkannt und ist für viele – mich eingeschlossen – der Sound von London.

Für mehr Infos rund um den Glockenturm und seine Besonderheiten kannst du im passenden Post „Big Ben Fakten“ nachlesen.

Die Doppeldeckerbusse

Die roten Doppeldeckerbusse sind aus dem Stadtbild von London nicht wegzudenken.

Der erste motorisierte Doppeldeckerbus fuhr 1923 in London. Der klassische Routemaster-Bus wurde 1956 eingeführt und avancierte schnell zum Symbol für die Stadt.

Gerade oben und vorne zu sitzen, ersetzt meiner Meinung nach oft eine teure Stadtrundfahrt. Denn von dort hat man gute Ausblicke und zahlt deutlich weniger. Die besten Routen dafür findest du im Post „London im Bus entdecken„.

Gut zu wissen:

  • Man aktiviert Oyster/Kreditkarte nur beim Einsteigen vorne beim Fahrer und steigt dann einfach aus
  • Neuere Modelle haben auch am Ende des Busses eines einen Ausstieg
  • Signalisieren mit Handzeichen an der Haltestelle, dass du mitfahren willst
  • Viele bedanken sich beim Aussteigen beim Fahrer

Die Tower Bridge

Die wunderschöne Tower Bridge ist eins meiner Lieblingswahrzeichen von London. Sie ist ein Meisterwerk viktorianischer Ingenieurskunst, eines der berühmtesten Wahrzeichen Londons und wird kurioserweise von vielen als „London Bridge“ bezeichnet bzw. angesehen. Wobei die nicht mal annähernd so schön ist.

Mehr Infos zur Tower Bridge, ihrem Bau und welche kuriosen Ereignisse sie seit der Errichtung schon alles erlebt hat, kannst du übrigens im separaten Post „Die Tower Bridge“ nachlesen.

Die Tube (die Londoner U-Bahn)

Die älteste U-Bahn der Welt stammt natürlich aus London. Mit dem ikonischen „Roundel“-Logo und dem unverwechselbaren, da so einfach designten Netzplan, ist sie der Inbegriff von unkomplizierten und schnellen Fahrten im Stadtgebiet. Ich mag ihren Geruch und auch, wenn einige Linien im Sommer tropische Temperaturen annehmen, ist sie nahezu immer mein liebstes Verkehrsmittel.

Wenn du die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in London spannend findest, dann kann ich den Besuch im London Transport Museum empfehlen. Und falls du mehr auf Lost Places stehst, dann solltest du dir das Angebot der Hidden London Tours mal genauer ansehen, denn mit denen kommst du in nicht mehr aktive Stationen rein.

Und die wichtigsten Fakten rund um die Tube – inkl. der berühmten Labyrinthe – findest du im Post „Die Tube in London„.

Die Wachen des Buckingham Palace

Die königlichen Wachen mit ihren roten Uniformen und hohen Bärenfellmützen sind eine unverkennbare Ikone Londons und der Wachwechsel vor dem Buckingham Palace zieht immer unfassbar viele Touristen an. Ich persönlich empfehle die Teilnahme an „Changing of the guard“ eigentlich gar nicht. Denn es ist einfach nur voll, man muss schon früh da sein, um gut zu sehen und in meinen Augen gibt es so viel andere, einzigartige Dinge in London zu tun.

Die Themse

Die Themse ist die Lebensader Londons und teilt die Stadt in den nördlicheren Teil mit den meisten Sehenswürdigkeiten und der City of London sowie den einst verruchten südlichen Teil, wo man eigentlich nur zum Glücksspiel, Prügeleien oder Prostitution hinging (wie gut, dass sich das geändert hat).

Sie wird von Ebbe und Flut reguliert.

Fish and Chips

Für viele ist der London-Besuch nicht komplett ohne eine Portion Fish and Chips – das britische Nationalgericht mit Kultstatus.

Das Gericht wurde im 19. Jahrhundert populär und ist seitdem fester Bestandteil der britischen Küche. Die Kombination aus frittiertem Fisch und knusprigen Pommes erzählt die Geschichte von Londons Arbeiterklasse und ist heute ein Genuss für Touristen und Einheimische gleichermaßen.

Ursprünglich gab es das Essen in Zeitungspapier eingewickelt und mit Essig auf den Pommes.

Die bekanntesten Adressen für Fish & Chips sind:

  • Poppies – mittlerweile haben die sogar 4 Locations im gesamten Stadtgebiet
  • Sutton and Sons – haben 3 Locations und bieten sogar eine vegane Variante an (Fisch wird dann durch eine Bananenblüte ersetzt – schmeckt sehr lecker)
  • Fish! am Borough Market

Fallen dir noch weitere Ikonen Londons ein?