Seit September 2017 gibt es ein Post Museum in London: das Postal Museum. In der Nähe der King’s Cross Station dreht sich alles um die Entstehung und Entwicklung unseres heutigen Postsystems. Außerdem kannst du in unterirdischen, viele Jahre vergessenen Tunneln mit den Mail Rail Trains fahren und einen Teil des geheimen Londons kennenlernen.

Das Postal Museum in London

Knappe 20 Minuten von der Kings Cross Station entfernt befindet sich das Post Museum, das Postal Museum. Ich gestehe, ich hatte nie ein Faible für Briefmarken und Co. Aber es ist natürlich Ehrensache, dass ich ein neues Museum besuche und ich fand meinen Besuch mega spannend! Es zeigt wie sich die Art der Briefzustellung, die Dienstkleidung der Postboten, aber auch die Briefkästen im Laufe der Jahre verändert haben. Das alles ist Teil der Geschichte Londons und daher für mich sehr lehrreich und interessant.

Besonderes Highlight ist die Fahrt mit dem Postzug. In einem versteckten Tunnelsystem wurden zwischen 1927 und 2003 Pakete und Briefe in kleinen Zügen (der Mail Rail) von einem Teil der Stadt zum anderen gebracht. In diesen Zügen kann man nun als Besucher die Strecke abfahren.

Was gibt es zu sehen im Post Museum London?

Im Hauptgebäude befindet sich das Museum, das die Geschichte und Entwicklung des heutigen Postsystems erklärt. Beginnend in den 1500er als Henry VIII den „Master of the Posts“ ernannte, über Charles I der in 1635 das Postsystem der Öffentlichkeit zugänglich machte, nach 1840 als die erste Briefmarke, die „Penny Black“ erschien. 1852 wurde der erste Briefkasten aufgestellt und ab 1868 gab es bei der Post ganz besonderen Mitarbeiter: Katzen wurden eingestellt, um die Mäuse zu fangen.

Lerne was „post-boy boots“ sind und warum sie sehr nützlich waren. Wusstest du außerdem, dass man für die Zustellung eines Briefes zahlte und nicht für dessen Versand? Daher gab es ganz Pfiffige, die wichtige Botschaften bereits auf dem Umschlag versteckten, so dass man die Nachricht erkennen konnte, ohne den Brief annehmen zu müssen.

Meine beste Erkenntnis ist, dass die Briefkästen immer das Monogram des Königs/Königin tragen, zu dessen/deren Regentschaft sie aufgestellt wurden. Heutzutage findest du fast auf allen ein „ER“, was für Elizabeth Regina, also die derzeitige Königin Elizabeth steht. Regina ist lateinisch und bedeutet Königin. Im Museum findest du sehr alte Briefkästen, die ein „VR“ für Victoria Regina tragen. Es gibt auch einen Briefkasten, der nicht nur Briefe sammelte, sondern auch Briefmarken verkaufte. Die „Type E Combination Pillar Box“ wurde in den 1930ern entwickelt, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Wenn du erfahren möchtest, warum die Briefkästen mal grün waren, kann ich den Beitrag „Green Post Boxes“ von Julian Stray aus dem Postal Museum empfehlen.

Im Gebäude des Museums befinden sich auch der Shop und das Café. Du kannst dich also noch stärken, bevor du die Fahrt mit dem Mail Rail Zug antrittst.

Fahrt mit dem Postzug – Die Mail Rail

Die Mail Rail ist in einem separaten Gebäudeteil untergebracht. Aus dem Museum kommend nach rechts halten, dann ein Stück die Straße runter befindet sich der Eingang auf der linken Seite. Auf Straßenlevel sind ein kleiner Shop, eine Toilette und der Kassenbereich untergebracht.

Wichtig: die Tickets für den Zug am besten schon im Vorfeld online bestellen. Sie sind mitunter auf Monate ausgebucht. Und: Museum und Zugfahrt können separat gebucht werden. Wenn du beides besuchen willst, brauchst du je ein separates Ticket.

Zu den Zügen und zur technischen Ausstellung geht es dann eine Etage nach unten. In einer großen Halle befinden sich Ein- und Ausstiegsbereich der Mail Rail sowie eine Ausstellung mit technischen Geräten und Equipment was im Zugverkehr benötigt wurde. Je nach Abfahrtszeit deines Zuges kannst du die Ausstellung vor oder nach deiner Fahrt besuchen.

Die Fahrt mit dem Zug ist einzigartig, aber nur, wenn du keine Platzangst hast. Die Wagen sind sehr eng und werden komplett verschlossen. Pro Bank sitzen eigentlich zwei Personen, pro Wagon finden 4 Personen Platz. Ich hatte Glück und konnte alleine auf meiner Bank sitzen. Wenn du sehr groß bist, wirst du den Kopf einziehen müssen.

Dann geht es in ebenso schmalen Tunneln ca. 20 Minuten durch das geheime Tunnelsystem unterhalb Londons. Es ist so beengt, da die Züge ursprünglich nur für den Transport von Post und Paketen gedacht waren. In jedem Abteil befinden sich Lautsprecher, die dir mehr über die Geschichte der Mail Rail erklären. Die Züge waren von 1927 bis Mai 2003 im Einsatz. Ich empfehle die Fahrt mit dem Mail Rail Train unbedingt. Ein ganz besonderer Teil der Geschichte Londons, der uns allen nun zugänglich ist.

Nützliches für deinen Besuch im Post Museum

  • Das Museum befindet sich in 15-20 Phoenix Place, London WC1X 0DA
  • Die U-Bahn Stationen Kings Cross, Farringdon, Russell Square oder Chancery Lane liegen am nächsten am Museum. Ich bin von Kings Cross ca. 20 Minuten gelaufen.
  • Geöffnet das das Museum täglich (außer Weihnachten) von 10 bis 17 Uhr, der letzte Zug fährt um 16.15 Uhr.
  • Museum und Zug kosten für einen Erwachsenen £16 incl. einer freiwilligen Spende oder £14,50 ohne Spende. Wenn du nur das Museum besuchst, zahlst du £11 bzw. £10. Kinder sind günstiger (Stand Dez 17). Es wird dringend empfohlen, die Tickets online vorzubestellen. Gerade die Züge sind auf Monate ausverkauft.
  • Die Fahrt mit dem Zug dauert 20 Minuten, im Museum kannst du locker 1,5 Stunden verbringen. Ich würde 2 bis 2,5 Stunden für einen Besuch einplanen.

Auf der Homepage vom Postal Museum kannst du dich über aktuelle Aktionen informieren.

Nach dem Besuch im Post Museum

Wenn du noch mehr Lust auf Kultur hast, kommst du vom Postal Museum aus in ca. 5 Minuten zum Charles Dickens Museum. Auch das London Canal Museum ist in der Nähe (ca. 20 Minunten entfernt). Der Bahnhof Kings Cross/St. Pancras International ist mit seinen Kunstwerken sehenswert und in der British Library kannst du seltene Bücher und Briefmarken bestaunen.

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